SPEEDMAN – der Stadion-Triathlon

„Am 25.06.2011 beginnt mit der Weltpremiere des SPEEDMAN im Olympiastadion München eine neue Ära des Triathlonsports.“

So zumindest kann man es auf der Veranstalter-Webseite lesen. Bei dem Speedman handelt es sich um ein neues Triathlon-Format: eine Ultra-Sprintdistanz mit 200m Schwimmen, 6km Rad fahren und 2km Laufen und alles im Innenbereich des Olympiastadions in München. Die Zuschauer können von den Rängen also einen kompletten Triathlon live erleben und sehen, wie bei solch einem schnellen Wettkampf, bei dem die Athleten im K.O.-System gegeneinander antreten, jeder noch so kleine Fehler bitter bestraft wird.

Hört sich, wie ich finde, recht spannend an und ist zudem wegen der Kürze auch super geeignet für Live-Übertragungen im TV. Noch spannender als die Frage, wer von den Top-Athleten, wie bspw. Timo Bracht und Dirk Bockel die Speedman-Krone erringt, finde ich allerdings die Frage, ob sich dieses Event wirklich durchsetzen kann oder ob es sich um eine einmalige Sache handeln wird, weil es sich als riesengroßer Flop herausstellt.

Ursprünglich sollte die Veranstaltung bereits vor vier Wochen stattfinden, doch wegen „logistischer Probleme“ wurde der Termin recht kurzfristig verschoben, was natürlich zu einigen Athleten-Absagen geführt hat (z.B. Daniel Unger) und auch Sport1 macht nicht, wie ursprünglich mal angedacht, eine Live-Übertragung der Final-Runden. Zwar hat man in den letzten Wochen doch noch ein halbwegs passables Starterfeld auf die Beine stellen können, aber nicht genug Athleten, um wirklich ein K.O.-System zu machen. Deswegen gibt es jetzt einige Runden, in denen kein Athlet herausfliegt, die Spannung hält sich also in diesen Runden eher in Grenzen. Und wenn ich letzten Informationen richtig gelesen habe, sind es sogar so wenige AK-Athleten, dass man diese dann einfach ins Profi-Feld gepackt hat. Die können dann zwar später mal sagen, sie sind mit den Profis gestartet, aber wirklich geil stelle ich mir das nicht vor, mit unzähligen Minuten hinter den anderen herumzulaufen…

Ganz abgesehen davon, dass wohl kaum 60.000 Zuschauer ins Stadion kommen, die zudem noch 22,- EUR bezahlen sollen, nur um eine Hand voll bekannter Triathleten zu sehen… das kann man bei jedem normalen Triathlon deutlich billiger haben…

Was meint ihr? Top oder Flop? Was haltet ihr grundsätzlich von dem Konzept?

13. Nidda-Rundlauf in Florstadt

Heute nachmittag habe ich bei strahlendem Sonnenschein und warmen 25 Grad wieder einmal einen Laufwettkampf gemacht; einen ganz kurzen über 5km. Eigentlich hatte ich die letzten Wochen nicht wirklich trainiert, sondern bin nach Lust und Laune gelaufen, aber da Henrik dort starten wollte, dachte ich mir, ‚hey, machst einfach mal mit und guckst, wie schnell du noch bist‚.

Ausgerechnet hatte ich mir, dass eine Zeit von knapp unter 21min möglich sein dürfte, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass es nicht zu heiß und die Strecke exakt vermessen sein würde. Ersteres war schon mal nicht der Fall: die Sonne brannte, die Luft hatte zwar nur 25 Grad, aber irgendwie kam es mir deutlich wärmer vor. Trotzdem wollte ich versuchen, dass die 20 am Ende vorne steht.

5km-Niddalauf

Und so ging es an den Start, erstmals habe ich mich recht weit nach vorne gestellt.

Nidda-Rundlauf 2011

Ich bin nach dem Startschuss zügig angegangen und hab mich versucht, an den anderen Läufern zu orientieren, von denen ich wusste, was die für eine Zeit laufen wollten. Ob das eine so gute Idee war, diese Frage stellte ich mir nach dem ersten Kilometer, da stand nämlich dann eine 3:44min auf der Uhr, so schnell bin ich noch nie einen Kilometer gelaufen und es sollten noch 4 weitere folgen.

Ich machte daraufhin einen Tick langsamer. Nach der drei Kilometer-Marke tat es dann richtig weh. Mir war viel zu heiß und ich wollte einfach nur dass es vorbei geht. Es war auch kein Mitläufer in der Nähe, der nächste vor mir war viel zu weit weg und nach hinten habe ich auch niemand mehr gesehen, zumindest nicht in unmittelbarer Reichweite; Kilometer 4 war dann auch der langsamste mit 4:14min. Mit dem immer näher kommenden Ziel gings dann aber doch wieder ein bisschen schneller. Nach 20:24min piepte dann mein Garmin für die 5km, das Ziel war allerdings noch mehr als 100m entfernt; aber zu diesem Zeitpunkt wusste ich dann, dass es mit den Sub21 trotzdem klappen würde, auch mit etwas längerer Strecke und den heißen Temperaturen. Bei 20:53min hielt dann die Uhr an, neue persönliche Bestzeit über 5km. 🙂

Der Sieger

Ach übrigens: Henrik war zu diesem Zeitpunkt schon knapp 3min im Ziel; er gewann sogar den Lauf und durfte einen Pokal in Empfang nehmen:

Sieger des 5km-Laufs: Henrik Apel

Sehr bezeichnend fand ich auch das nachfolgende Foto: der strahlende und fit wirkende Sieger und ich daneben völlig am Ende! Wenn man bedenkt, dass Henrik davor schon eine Stunde lang von zuhause aus bis zum Wettkampf-Ort gelaufen ist, dann mal eben 5km geflitzt ist (anschließend übrigens dann auch wieder heim) und ich NUR diese blöden 5km mitgelaufen bin, einfach nur krass!

Nach dem Wettkampf

Fazit: ich freu mich, dass ich auch ohne gezieltes Training meine Zeit verbessern konnte und dass ich scheinbar etwas schneller werde beim Laufen. Alles im Plan also…

Weitere Fotos vom Niddalauf gibt es hier: Bilder – Nidda-Rundlauf 2011. Danke Katharina für’s fotografieren. 🙂

Triathlon Buschhütten

Gestern war ich in Buschhütten beim – wie es der Veranstalter nannte – „Duell der Legenden“. Und tatsächlich konnte der Kurzdistanz-Triathlon im Siegerland mit einem Profi-Starterfeld aufwarten, dass so manchen Ironman-Großevent-veranstalter vor Neid hätte erblassen lassen: von den Top10 der WM auf Hawaii im letzten Jahr waren alleine drei Athleten am Start: Timo Bracht, Faris Al-Sultan und Dirk Bockel, hinzu kamen noch der Titelverteidiger Sebastian Kienle und der zweitplatzierte beim Ironman Südafrika 2011 Andi Böcherer; aber auch Altstars, wie Lothar Leder, der das Rennen in Buschhütten bereits 5x gewinnen konnte, waren am Start.

Fotos vom Wettkampf

Ich war – wie schon letzte Woche bei den Deutschen Duathlon Meisterschaften in Oberursel – als Fotograf dabei und konnte das Rennen aus nächster Nähe verfolgen. Während sich Sebastian Kienle und Andi Böcherer einen harten Kampf an der Spitze des Feldes lieferten, hinkten einige bekannte Gesichter zu meiner Überraschung deutlich hinterher. eine davon war Faris Al-Sultan, der mehr als 3min beim Rad fahren verlor, eigentlich seine starke Disziplin.

Faris Al-Sultan in Buschhütten

König von Buschhütten

Auch der mehrfache Ironman-Frankfurt-Gewinner Timo Bracht hatte mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun und wurde zwischenzeitlich sogar beim Laufen, seiner starken Disziplin, von Faris überholt, am Ende war aber dann doch wieder knapp vor dem Münchner. An der Spitze passierte nach dem zweiten Wechsel nicht mehr viel. Die drei schnellsten Radler – Böcherer, Kienle und Bockel – reihten sich recht schnell ein: Böcherer konnte das Tempo von Kienle nicht mitgehen und Bockel nicht das Tempo von Böcherer. Und so wurde – übrigens zum vierten Mal in Folge – Sebastian Kienle zum König von Buschhütten gekrönt.

Sebastian Kienle in Buschhütten

Weitere Bilder vom Triathlon in Buschhütten gibt es entweder auf meiner Sportfotografie-Website oder bei Facebook-Fanpage. 😉

Duathlon in Oberursel

Am gestrigen Tag, dem ersten Mai, hatte ich meinen „Saisonauftakt“ bei den Deutschen Duathlon Meisterschaften in Oberursel.

Nein, ich habe dort nicht mitgemacht, aber ich war dort als Fotograf am Start. Dass ich bei einem Duathlon oder auch bei einem Triathlon nicht mitmache, sondern den jeweiligen Wettkampf als Sportfotograf begleite, das wird in Zukunft häufiger der Fall sein. Ihr könnt also euch schon mal dran gewöhnen. 😉

Deutsche Duathlon Meisterschaften

Fotos vom Duathlon in Oberursel

Zum zweiten Mal wurde die Duathlon-DM nun im Taunusstädtchen Oberursel durchgeführt und passend dazu waren auch die Sieger, die gleichen, wie im Vorjahr. Bei den Frauen siegte die Vorjahressiegerin Jenny Schulz souverän mit einem Start-Ziel-Sieg. Bereits auf den ersten zehn Laufkilometern brummte sie der härtesten Konkurrentin Kristin Möller vom Abu Dhabi Triathlon Team fast eineinhalb Minuten auf. Auch auf dem Rad fuhr sie der Konkurrenz davon, so dass sie die abschließenden 5km locker laufen konnte. Bei den Männern war es, zumindest, was die offene Wertung anging, etwas spannender. Titelverteidiger Patrick Lange, der im Vorjahr noch die Profis Sebastian Kienle und Normann Stadler auf die Plätze verwies, lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem zweimaligen Duathlon-Weltmeister auf der Langdistanz, dem Schweizer Andy Sutz. Die beiden fuhren dicht beieinander dem restlichen Feld davon und gingen gemeinsam auf die abschließenden fünf Kilometer. Dort attackierte Lange dann auch gleich, Sutz musste abreißen lassen.

Ach ja, und für die, die es sehen möchten: hier sind meine Fotos vom Duathlon in Oberursel.

Frühjahrslauf in Giessen

Heute war mein erster Wettkampf in diesem Jahr und ich habe auch gleich mein erstes Saisonziel für 2011 erreicht, einen Halbmarathon in einer Zeit unter 1:40h zu laufen. Letztes Jahr war ja mein Versuch auf den letzten Kilometern schiefgegangen und auch dieses Mal sah es zwischendurch eine Weile so aus, als würde ich es wieder nicht packen; doch alles der Reihe nach.

Das Duell – Mann gegen Mann

Daniel verfolgt Axel

Neben meinem Sub-1:40-Ziel hatte ich noch ein weiteres: ich wollte meinen Arbeitskollegen Axel schlagen. Mit ihm habe ich mich in den letzten Wochen in der Mittagspause beim Laufen ständig duelliert (in erster Linie verbal) und nach meinen Verbalattacken musste ich nun Taten folgen lassen. Das Problem: er wollte auf 1:35h laufen, was mir eigentlich eine Nummer zu schnell ist, aber ich dachte, wenn er einen schlechten Tag hat und ich einen perfekten, dann wird das schon klappen. Oder wenn ich einfach dicht genug an ihm dranbleiben kann, dann wird es der pure Siegeswille schon richten. 😉

Eine ganz neue Erfahrung für mich, einmal nicht gegen die Uhr zu laufen, sondern gegen einen direkten Konkurrenten. Es sollte aber nicht lange dauern, dann befand ich wieder im Kampf gegen die Uhr… ich wollte gleichmäßig laufen und war damit die ersten drei Kilometer vorne, dann kam Axel an mir vorbei und ich versuchte dranzubleiben, was ich aber nur bis KM7 schaffte. Ein 4:30er Schnitt war zu diesem Zeitpunkt eindeutig zu schnell und ich machte einen Tick langsamer und hoffte, dass der Abstand nicht zu groß werden würde. Doch er wuchs kontinuierlich an.

Das Duell – Mann gegen Uhr

Daniel hat ein Tief

Nach ziemlich genau 46 Minuten waren die ersten 10km rum, meine Kräfte schwanden schon etwas, trotzdem konnte ich das Tempo noch bis KM15 noch einigermaßen hoch halten. Ich rechnete mir zu diesem Zeitpunkt aus, dass ich ja eigentlich nur noch einen 5min-Schnitt laufen müsste, um das Sub1:40-Ziel noch zu erreichen und dachte mir, dass das schon irgendwie klappen würde, doch dann kamen die härtesten zwei Kilometer zwischen KM16 und KM18. Da ging einfach gar nix mehr, ich konnte beim besten Willen den Schnitt nicht mehr unter 5min halten und war mir unsicher, ob ich überhaupt noch ins Ziel kommen würde. Mir ging’s echt dreckig und an mir flogen die Leute nur so vorbei. Ich weiß nicht warum, aber von jetzt auf gleich fühlte ich mich nach KM18 wieder einigermaßen und konnte auch wieder das alte Tempo laufen. Keine Ahnung warum, aber der Motor lief wieder…

Um das mal zu veranschaulichen, eine kleine Grafik von meinem Lauf, die die durchschnittliche Pace beim jeweiligen Kilometer anzeigt. Man sieht deutlich, dass da ein richtiges Tief drin ist und nachdem das überwunden war, ging’s ganz normal weiter, als wäre nix gewesen. Einfach eine krasse und neue Erfahrung für mich.

Tiefes Loch bei KM17 und KM18

Und diese wundersame Erholung hat dann dafür gesorgt, dass ich mit 1:39:32h dann doch noch unter meinem Sub-1:40-Ziel geblieben bin. Tja, und wenn dieser extreme Durchhänger nicht gewesen wäre, dann hätte es auf der ewig langen Zielgeraden vielleicht doch nochmal zu einem Showdown zwischen Axel und mir kommen können, denn auch Axel hatte in der zweiten Rennhälfte starke Probleme und kam nach 1:36:57h ins Ziel. Wer weiß, ob es mich nicht noch beflügelt hätte, wenn ich ihn 150m vor mir direkt vor Augen gehabt hätte.

Aber hey, Axel ist momentan einfach noch einen Tick besser, das muss ich akzeptieren. Ich bin trotzdem mehr als zufrieden: Ziel erreicht und -ganz witzig- damit auch noch den dritten Platz in der AK30 belegt und auch alle Frauen hinter mir gelassen.

Das bedeutete meine allererste Siegerehrung bei einem Laufwettkampf, zusammen mit Henrik, der mit seinen 1:25:48h insgesamt 7ter und Altersklassensieger wurde. 😀

Henrik und Daniel bei der Siegerehrung

Danke übrigens an meine Frau Katharina, die die ganzen schönen Fotos vom Halbmarathon beim Frühjahrslauf in Giessen gemacht hat.

21.Maibach-Triathlon

Vorgestern fand der Maibach-Triathlon in Butzbach statt und genauso, wie auch schon im Jahr zuvor, waren wieder einige Freunde mit am Start, die auch mal einen Triathlon probieren wollten.

Ganz besonders gefreut hat es mich, dass die Gruppe in diesem Jahr sogar etwas größer geworden ist. Neben vier Starterinnen und Startern, die wieder angetreten sind um ihre eigene Zeit von 2009 zu verbessern, waren neben mir noch fünf Rookies am Start des Triathlons über die Distanz von 300m Schwimmen, 17km Rad fahren und 6km Laufen; insgesamt waren wir also 10 Personen.

Ergebnisse

Hier die Zeiten des „Team Ironseo“ beim Maibach-Triathlon:

  • Daniel – 1:12:22h
    (6:09min Swim, 37:45min Bike und 28:28min Run)
  • Holger – 1:15:43h
    (6:38min Swim, 41:52min Bike und 27:13min Run)
  • Tobias – 1:23:36h
    (6:15min Swim, 45:54min Bike und 31:27min Run)
  • Robin – 1:31:18h
    (6:33min Swim, 48:42min Bike und 36:03min Run)
  • Claudius – 1:33:41h
    (6:27min Swim, 48:37min Bike und 38:37min Run)
  • Kerstin – 1:34:08h
    (7:09min Swim, 50:13min Bike und 36:46min Run)
  • Katrin – 1:43:46h
    (8:50min Swim, 58:53min Bike und 36:03min Run)
  • Bernd – 1:43:56h
    (10:43min Swim, 54:14min Bike und 38:59min Run)
  • Katharina – 1:49:43h
    (6:18min Swim, 55:52min Bike und 47:33min Run)
  • Nadine – 1:55:28h
    (9:02min Swim, 1:02:09h Bike und 44:17min Run)

Fazit

Das bedeutet: alle haben erfolgreich gefinisht. Die vier, die bereits im letzten Jahr gestartet sind, konnten alle ihre Zeiten vom Vorjahr verbessern und auch alle anderen Erstfinisher waren mit ihren Leistungen zufrieden, auch wenn sich der ein oder andere sicherlich gesagt hat: ‚da waren doch noch ein paar Minuten mehr drin‚.

Deshalb bin ich mir sicher, dass wir auch im nächsten Jahr wieder mit ein paar Leuten am Start sein werden, dann aber bei -hoffentlich- viel besserem Wetter. Denn vorgestern hat es teilweise wie aus Eimern geschüttet, allerdings erst nachdem alle im Ziel waren.

Ach ja, ganz besonders stolz bin ich auf Katharina und Nadine, die überhaupt erst vor kurzem mit dem Laufen und mit dem Rad fahren angefangen haben. Ich hoffe sie bleiben dabei und trainieren fleißig für das nächste Jahr. 🙂

Fotos

Bilder vom Maibach-Triathlon wurden auch gemacht. Die muss ich allerdings erst noch bearbeiten und sortieren. Ich reiche sie also noch nach. Update: insgesamt 27 Fotos aus Maibach habe ich auf Facebook hochgeladen, hier schon einmal vorab ein Mannschaftsfoto, das uns alle als glückliche Finisher zeigt:

Team IRONSEO 2010

Team IRONSEO 2010, von links nach rechts: Claudius, Nadine, Robin, Katrin, Daniel, Bernd, Tobias, Holger, Katharina und Kerstin

Ironman in Regensburg

Eigentlich wollte ich ja eine komplette Sammlung an Bildern vom Ironman in Regensburg liefern, aber da ich momentan zeitlich nicht dazu komme, aus den fast 1.000 gemachten Fotos die schönsten herauszusuchen und zu bearbeiten, gibt’s nun vorab erst einmal einen kleinen Text.

Henrik und die Hawaii-Quali

Wie ich bereits im letzten Beitrag geschrieben habe, war ich in Regensburg, um den Applejack anzufeuern, der das Ziel hatte, sich für Hawaii zu qualifizieren. Wer den Blog von Anfang an verfolgt hat, der wird wissen, dass es der Kerl ist, dem ich die absurde Idee mit dem Mitmachen beim Ironman zu verdanken habe. Und gleich vorne weg: er hat es tatsächlich geschafft, in einer Zeit von 9:25:58h zu finishen und sich damit – wenn auch mit etwas Glück – als Zehnter der AK30 einen von 6 Hawaii-Slots zu sichern. Außerdem hat er mir gezeigt, was alleine durch purem Willen möglich ist, jenen Willen, den ich in Frankfurt vermissen habe lassen. Das werde ich dann nochmal ausführlicher in einem eigenen Beitrag erörtern…

Für Zuschauer ist Regensburg besser als Frankfurt

Aber nun ein paar Worte zum Ironman selbst: es war ja die Premieren-Veranstaltung und ich muss sagen, ich war absolut positiv überrascht von dem Event. Sieht man mal von den Parkplatzproblemen vor dem Schwimmstart ab, was einigen Athleten den ohnehin hohen Adrenalinpegel in ungeahnte Höhen getrieben haben dürfte, war das -aus Zuschauersicht gesehen- eine super Veranstaltung, die Frankfurt um Längen schlägt. Das größte Problem in Frankfurt ist, dass man vom Langener Waldsee erst einmal eine ganze Weile lang nicht wegkommt, zumindest nicht ohne Fahrrad oder einen langen Fußweg in Kauf zu nehmen. Schafft man es dann an die Radstrecke, sind die Profis meist schon durch; anders in Regensburg. Da der Rundkurs direkt wieder an der Wechselzone 1 vorbeiführt, kann man einfach am See bleiben, in aller Ruhe einmal durchschnaufen, anschließend die letzten Bejubeln, die das Wasser verlassen (unglaubliche Gänsehautstimmung!) und dann direkt auf die Radstrecke wechseln, wo die Profis erstmalig vorbeikommen und natürlich auch die Altersklasseathleten. Danach geht man gemütlich zum Auto, fährt in die Innenstadt von Regensburg, parkt kostenlos wenige Meter neben der Laufstrecke und kann dann sogar noch die Profis sehen, wenn sie auf die Laufstrecke wechseln. Wer jemand begleitet, der wird sich darüber freuen, seinen Helden gleich mehrfach sehen zu können: am Schwimmausstieg, auf den ersten 100m beim Radfahren, am Ende der ersten Radrunde, am Ende der zweiten Radrunde (da sogar zweimal, wenn man sich beeilt), beim Verlassen der Wechselzone und auch mehrmals an der Laufstrecke, bis zu drei Mal pro Runde sind möglich, wenn man sich beeilt und die Wege kennt.

Zeitstrafen und DNFs

Was mir aufgefallen ist, dass für mein Empfinden schon sehr früh einige aus den Wettkämpfen ausgestiegen sind; manche ohne irgendeinen erkennbaren Grund; zumindest wirkten sie ganz fit und vergnügt. Ich weiß nicht, ob das normal ist, es kam mir aber sehr komisch vor. In der Tat haben von 1.851 Athleten und Athletinnen stolze 151 das Ziel nicht erreicht. Das ist zwar eine leicht bessere Quote als in vor vier Wochen in Frankfurt (evtl. durch das eine Stunde länger offene Ziel) aber immer noch deutlich mehr als die DNF-Quoten der letzten Jahre. Neun Männer wurden disqualifiziert, darunter sogar ein Profi. Mein Eindruck war sowieso, dass die Kampfrichter auf der Radstrecke hart durchgegriffen haben, denn ich habe unglaublich viele markierte Startnummern auf der Laufstrecke gesehen; gefühlt war da mehr als jeder Dritte vom Kampfrichter angezählt worden, entweder mit einem „P“ oder mit einem Strich über die Startnummer.

Weniger Absperrungen

Gefühlt waren viel weniger Absperrungen vorhanden, als in Frankfurt. Für die Zuschauer ist das natürlich toll, weil man dichter an die Athleten heran kommt, für die Sicherheit der Athleten ist das aber manchmal nicht ganz so optimal. Gerade nach dem Schwimmen, wenn es auf die Radstrecke geht und da natürlich viele Leute gleichzeitig aufsteigen, geht’s ohnehin sehr eng zu, wenn dann noch durch die Zuschauer ein Trichter gebildet wird, kann es schon mal brenzlich werden. Ich fand das da jedenfalls schon sehr krass, weil eben so viele Radler gleichzeitig vorbeikamen.

So, das war’s erst einmal… weiteres folgt…

12:49h – Warum?

Bevor ich hier an dieser Stelle den Wettkampf in den nächsten Tagen mit hübschen Bildchen bis ins kleinste Detail schildere, möchte ich noch kurz den Grund, der meiner Meinung nach zu der -für mich enttäuschenden- Endzeit führte, kurz erläutern, denn in meinen letzten Posting hatte ich nur die Zeiten der einzelnen Disziplinen wiedergegeben, was zu Spekulationen führte, die in die völlig falsche Richtung gingen.

Physisch top – mental flop

Im Nachhinein betrachtet war ich körperlich fit, aufgrund des Neoprenverbots und der verlängerten Radstrecke, vielleicht nicht für eine Zeit unter 10:30, aber für eine Sub11 hätte meine körperliche Verfassung auf jeden Fall gereicht. Es lag also nicht am Training, nicht am Tapering und auch nicht, wie spekuliert wurde, am Wetter. Die äußeren Bedingungen waren auf dem Rad für mein Empfinden optimal und auch auf der Laufstrecke war es zwar schwül, aber bei weitem nicht so schlimm, wie vorher angekündigt. Das Material war perfekt und auch sonst gab es eigentlich keinen Grund, die Sub11 nicht zu schaffen.

… und dennoch bin ich fast zwei Stunden später ins Ziel gekommen.

Dafür gibt es eigentlich nur einen Grund: das was körperlich gepasst hat, hat mental gefehlt.

Warum ich das Ding so vergeigt habe und den Großteil des Marathon nicht gelaufen, sondern spaziert bin, das lag schlicht und einfach an meinem Kopf, der Wille, es wirklich konsequent durchzuziehen und der Glaube daran, dass ich es ja wirklich schaffen kann, beides hat dieses Mal gefehlt.

Stattdessen hat die Angst gesiegt. Das fing beim Schwimmen an, wo ich mich nicht, wie das letzte Mal, nach vorne gestellt habe, sondern schön nach hinten, aus Angst, einen Tritt abzubekommen und als es dann mal etwas enger wurde, habe ich sogleich die Flucht ganz nach außen gesucht und bin viele Meter zusätzlich geschwommen, nur damit ich ja keinen anderen Athleten berühre bzw. kein anderer mich. Das setzte sich fort, als mein Magen die Riegel und Gels nicht gefielen und ich aus Angst mich übergeben zu müssen, einfach die Verpflegung komplett eingestellt habe, statt das Zeug in mich reinzuwürgen und zu schauen, was passiert. Das „Nicht-Nachtanken“ musste sich ja irgendwann rächen… und dann, ja dann, dann bin ich spaziert… und bei einem 27km langen Spaziergang mit einigen Schwätzpausen kann keine gute Zeit mehr heraus kommen… und eine große sportliche Leistung ist das auch nicht mehr…

Aus der anfänglichen Freude, es wenigstens zu Ende gebracht zu haben, wurde Enttäuschung über die schlechte Zeit und nun habe ich einfach nur einen Hals auf mich, weil ich eben an entscheidenden Stellen nicht alles versucht habe…

Eines steht fest: das kann ich besser und beim nächsten Mal mache ich das auch besser… 😉

Schöne Aussichten…

Die ganze Vorbereitung habe ich ja meiner Frau Katharina die Ohren voll geheult wegen dem mäßigen Wetter: erst lag lange Schnee, so dass das Laufen keinen Spaß machte, dann war es lange kalt, regnerisch und immer mal wieder windig, so dass sich meine Freude am Rad fahren in Grenzen hielt und nun, pünktlich zu meinem Urlaub und dem Ironman am nächsten Sonntag wird das Wetter schön… vielleicht schon zu schön?!

Denn gerade habe ich den aktuellen Lagebericht auf der Seite der Unwetterzentrale gelesen:

Hitze gipfelt zum Wochenende mit 35 bis 38 Grad – […] Am Freitag und Samstag stellt sich dann voraussichtlich verbreitet im Land heißes bis sehr heißes und vor allem im Westen und Südwesten zeit- und gebietsweise auch schwüles Wetter ein. Verbreitet sind nach heutigem Stand Höchstwerte von 33 bis 35, lokal auch 36 bis 38 Grad möglich.

Bei solch „schönen Aussichten“ schreibt sogar der Hawaii-Sieger von 2008, Chris McCormack, auf seiner Facebook-Seite folgendes:

Its always hot and sticky in Frankfurt, but 33 degrees along the waterfront their in downtown frankfurt will make Kona look like an ice bath. No wind, no sun protection. Man its going to be hot people. Dont forget to drink on that bike. That 4th lap of the run is going to be absolutely brutal.

Update: und Macca hat inzwischen ergänzt:

People racing Ironman Frankfurt be ready for a scorcher. Weather forecast for race day is 36 degrees Celsius. That is going to be hot. Hotter than Kona! Take your time on the run guys. 3rd and 4th lap will be brutal. No shade!!

Da ich es ja eigentlich überhaupt nicht so mit Sport in der Sonne und in der Hitze habe, stellt sich nun die Frage: Sollte mir das Angst machen?

PS: noch 5 1/2 Tage

Wer sein Fahrrad liebt…

… der schiebt.

Zumindest am Sonntag beim Triathlon in Simmern. Auszug aus der Seite des Veranstalters:

Durch Bauarbeiten an der Brücke vor dem Hotel Bergschlösschen muss jeder Athlet vom Rad absteigen und sein Rad durch die Baustelle schieben

Auch der zweite Hinweis hört sich nicht sehr materialschonend an:

Noch eine Umleitung wegen Bauarbeiten auf der Radstrecke bei Biebern. Ihr werdet über einen Wirtschaftsweg um die Baustelle geleitet.

Scheint auf jeden Fall ein interessanter Wettkampf zu werden, nur ob es da neue persönliche Bestzeiten bei den Teilnehmern geben wird, das wage ich doch dann stark zu bezweifeln.

Henrik, ich wünsch dir am Sonntag viel Spaß beim Schieben… 😛