An die Datenschutzparanoiden…

Wieder einmal eine Lösch-Aktion

Vor ein paar Tagen wollte wieder jemand was hier auf meiner Seite gelöscht haben. Dieses Mal ging es nicht -wie sonst- um ein uraltes Party-Foto, sondern um einen relativ jungen Kommentar zu meinem Beitrag „iPhone verloren“ bei dem die kommentierende Person ihren vollständigen Namen hinterlassen hatte und der dann anschließend bei Google in Ermangelung besserer Ergebnisse ziemlich weit vorne angezeigt wurde, wenn man nach der Person suchte.

Auch wenn ich nicht nachvollziehen konnte, was an dem betreffenden Kommentar so schlimm sein sollte, ich habe ihn natürlich gelöscht, denn dazu bin ich ja verpflichtet.

Merksatz für Datenschutzparanoide

Trotzdem, einen spitzen Kommentar konnte ich mir in meiner Antwort-E-Mail nicht verkneifen. Wie naiv sind denn die Leute auch heute noch im Umgang mit dem Netz? Glauben die wirklich, sie können komplett anonym im Internet unterwegs sein?

Leute, merkt’s euch ein für allemal:

Wer im Web mit anderen Personen kommuniziert, der kann auf Dauer nicht anonym bleiben!

Das trifft selbst auf den größten Hacker zu, der weiß, wie er seine Herkunft verschleiern kann. Denn wenn er bei der Kommunikation mit anderen auch nur ganz wenige private Informationen herausgibt, die können im schlimmsten Fall schon ausreichen, um ihn eindeutig zu identifizieren.

Früher oder später verrät man sich

Um ein Beispiel zu nennen: du weißt, dein Gegenüber ist eine Frau und die sagt dir bei einer Unterhaltung: „Ich habe vor ein paar Wochen beim Maibach-Triathlon mitgemacht und bin nach 1:49h ins Ziel gekommen.“ Das sind drei Informationen in einem Satz plus die Info, dass es sich um eine Frau handelt… die reichen aus, um eindeutig herauszufinden, um welche Person es sich handelt.

Ihr könnt ja selbst einmal ausprobieren, wie schnell ihr den Namen zur gesuchten Person habt… 😉

Und das war jetzt nur ein simples Beispiel, denn unter Umständen reichen auch weniger Informationen aus. Ganz entziehen kann man sich dem nur, wenn man den LAN-Stecker aus dem PC herauszieht, die Simkarte aus seinem Smartphone entfernt, usw. – ach ja, auch offline am besten mit überhaupt niemanden mehr unterhalten, der einen nicht sowieso schon kennt… Sicher ist sicher… 😀

Ein Kommentar zu “An die Datenschutzparanoiden…

  1. Bin eher durch Zufall hier gelandet – auf der Suche nach Identitätsdiebstahl und ein paar Informationen darüber, wie man den Tätern auf die Spur kommen kann – denn heute hatte ich die zweite Bestellung im Briefkasten, die ich definitiv nicht selbst geordert habe. Zum Glück wurde der Kreditkartenantrag abgelehnt, komisch war auf jeden Fall, dass das ganze mit meinem „alten“ Nachnamen an mich selbst adressiert war. Den alten Nachnamen trage ich übrigens seit der Scheidung vor x Jahren nicht mehr (wie war das, mit keine weitreichenden Informationen weitergeben). Deshalb antworte ich ja überhaupt. Ja, im Netz Leute finden, das geht ganz einfach. Selbstversuch vor ein paar Jahren bei einer Discobekanntschaft. Bekannt war der Vorname, der Wohnort, der Arbeitgeber und das Geburtsdatum. Über Name, Datum und Wohnort kam ich auf den örtlichen Fussballverein, der Nachname war dann ganz schnell gefunden. Weiteres war nicht im Netz zu finden, dank dem Arbeitgeber konnte ich jedoch eine Mail absenden, die oh Wunder sogar beantwortet wurde 😉 Ist aber nichts drauss geworden – ohne Alkohohl (bei meinem Gegenüber!) war irgendwie die Luft raus, kein Gespräch, das mehr zustande kam. Also, was ich damit sagen wollte: ja, es reichen wenig Daten, um viel rausfinden und jetzt hoffe ich, dass ich nicht noch weitere Bestellungen in meinem Briefkasten finde oder noch schlimmer: Bestellungen über meinen früheren Namen an eine andere Adresse versandt werden …

    Aber Danke für diesen doch sehr unterhaltsamen Blogg!!! 😉

    Liebe Grüße
    xxxxx xxxxxx (nein, ich nenn meinen Namen jetzt nciht und auch die Anzahl x entspricht nicht der Wahrheit … und die angegebene Mailadresse, ist eine zweit-Mailadresse 😉

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