Andreas Raelert und der Ironman in Regensburg

Andreas Raelert beim Ironman auf Hawaii

Am kommenden Sonntag, den 7.August 2011, findet der Ironman in Regensburg statt. Top-Favorit dort ist – wenn man sich die Startliste anschaut – der amtierende Ironman-Vizeweltmeister und Langdistanz-Weltrekordhalter Andreas Raelert. Warum der sich nur vier Wochen nach seinem Rennen für die Ewigkeit in Roth und kurz vor dem zweiten Saison-Höhepunkt, der Weltmeisterschaft auf Hawaii nochmal in das Abenteuer Langdistanz stürzt ist einfach: laut den neuen WM-Qualifikationsregeln der World Triathlon Corporation, dem Besitzer der Marke „Ironman“, muss er das tun, um überhaupt auf Hawaii dabei sein zu dürfen.

Die neuen Regeln der WTC haben eigentlich nur einen Hintergedanken: man will die Profis an die eigenen Rennen binden und sicherstellen, dass die Top-Leute auch bei den Wettkämpfen mit dem roten M und dem Punkt an den Start gehen und nicht bei der Konkurrenz. Und mit Sicherheit hofft man auch, dass man den ein oder anderen Euro an Startgeld einsparen kann, wenn jemand noch ein paar Punkte oder ein Ironman-Finish benötigt um nach Hawaii zu können.

Nun aber zu Andreas Raelert, der gemäß den Regeln noch ein Finish benötigt und deshalb überhaupt in Regensburg startet. Er hat – um sich zu schonen – eine geniale Aktion gestartet: sein Sponsor zahlt für jeden Athleten, der vor ihm ins Ziel kommt, einen Betrag von zehn bis 20 Euro. Laut eigenen Angaben will er im Mittelfeld ins Ziel kommen; was einer Zeit von ca. 12:00h bis 12:30h bedeuten würde. Genial finde ich die Aktion deshalb, weil er dadurch einen entspannten Trainingstag veranstalten kann, ohne, dass jemand sauer auf ihn ist, weil er nicht alles gibt. Darüber hinaus ist ihm, wenn er auf Platz tausendirgendwas ins Ziel kommt, mehr mediale Aufmerksamkeit gewiss, als dem Sieger von Regensburg und außerdem zeigt er damit der WTC deutlich, was er von den Quali-Regeln hält; quasi eine nette Art den Stinkefinger zu zeigen.

Ich würde mich jedenfalls riesig freuen, wenn Andreas Raelert als letzter in den Guggenberger See geht, dann entspannt brustschwimmend die 3,8km abspult, um dann auf einem Klapprad oder uralten Stahlrad die 180km durch die Oberpfalz in Angriff nimmt und dann beim Marathon schön entspannt walkt. Am besten noch zwischendurch Autogramme geben und mit dem Fans zusammen fotografieren lassen. Das wäre die Höchststrafe für die World Triathlon Corporation.

Aber die haben es meiner Meinung nach nicht anders verdient: warum um alles in der Welt muss ein amtierender Vizeweltmeister und Weltrekordhalter noch ein Langdistanz-Finish bei der hauseigenen Veranstaltung nachweisen, nur um in Hawaii auflaufen zu dürfen?

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