Staffeln im Triathlon (II)

Vor einigen Tagen habe ich euch gefragt, was ihr von Staffeln im Triathlon-Sport, insbesondere bei Ironman-Veranstaltungen haltet.

Die Diskussionen, die parallel auf Twitter, Facebook und hier im Blog liefen, gingen -mit wenigen Ausnahmen- eindeutig in eine Richtung:

  • Nein, Staffeln haben beim Ironman nichts verloren!

Meine 2 Cent

Und ehrlich gesagt, das entspricht auch meiner Meinung. Genauso wenig, wie man ein Marathon-Läufer ist, wenn man lediglich 10 1/2 km in einer Staffel läuft, genauso wenig ist man Triathlet oder gar Ironman, wenn man nur eine der drei Disziplinen bewältigt bzw. bewältigen kann! Zum Triathlon-Sport gehört es eben dazu, dass man erst schwimmt, dann Rad fährt und zum Abschluss noch einmal läuft und nicht nur eines macht. Wer nur schwimmt ist ein Schwimmer, wer nur Rad fährt ist ein Radfahrer und wer nur läuft ist ein Läufer, aber eben keiner davon ist ein Triathlet. Ich denke, darüber braucht man gar nicht zu diskutieren. Von daher erübrigt sich auch die Frage, ob man die Finisher einer Staffel beim Ironman als „Ironman“ bezeichnen kann. Kann man eben nicht!

Von einigen wurde angeführt, dass die Staffel eine schöne Möglichkeit wäre, um in den Triathlon-Sport einzusteigen. Auch das halte ich für Schwachsinn, weil es eben -wie oben schon geschrieben – für die einzelnen Staffelteilnehmer kein Triathlon darstellt. Natürlich kann man -hier sei mal die Challenge in Roth als Beispiel angeführt- von der tollen Stimmung an der Strecke profitieren. Aber sind wir mal ehrlich (und lassen wir mal die Freunde und Angehörigen der StarterInnen außen vor): kommen die meisten Zuschauer wegen den Leuten an die Strecke, die nur eine Disziplin erledigen oder kommen sie eher an die Strecke und feuern sie die Leute an, die eben morgens schon 3,8km geschwommen sind, dann 180km Rad gefahren sind und dann noch 42,2km Laufen vor sich haben?! Was meint ihr wohl?!

Ich war ja durchaus schon das ein oder andere Mal als Zuschauer beim Ironman dabei und hab auch schon öfter mal Gänsehaut bekommen, wenn der ein oder andere Athlet völlig fertig vom Rad steigt, aber trotzdem noch Willens genug ist, sich auf eine schier endlos scheinende Strecke von 42,2km aufzumachen. Ich wette, dass das nicht so wäre, wenn ich jemand völlig fertig vom Rad steigen sehe, der dann seinen Zeitchip einfach an einen frischen Mitstreiter übergibt, der völlig ausgeruht, die 42,2km angehen kann. Abgesehen davon: dafür würde ich mich wahrscheinlich nicht einmal an die Strecke stellen!

Wer wirklich einmal Triathlon-Luft schnuppern will, der hat auch ohne Staffelteilnahme die Möglichkeit dazu. Es gibt viele kleine Triathlonveranstaltungen, die von gemeinnützigen Sportvereinen veranstaltet werden und bei denen man mit wenigen Euros dabei sein kann und auch -wenngleich sicherlich weniger Zuschauer an der Strecke sind-entsprechend angefeuert wird. Das Gute dabei ist, es gibt in der Regel für jeden eine passende Streckenlänge: von Schnupper-Triathlon über Volkstriathlon und Kurzdistanz bis hin zur Mitteldistanz. Wem also eine Langdistanz zu lang ist, der kann einfach mal eine kürzere Strecke in Angriff nehmen. 😉

.. und wer 180km Rad fahren möchte, der suche einmal nach RTF oder Radrennen, wer 42,2km Laufen möchte nach Marathon-Laufveranstaltungen usw. – aber eben nicht nach ein paar Freunden, die dann zusammen eine Staffel beim Ironman bilden. Das nimmt nur denjenigen den Platz weg, die die komplette Distanz alleine absolvieren möchten und füllt nur die Kassen der Veranstalter.