Ich bin ein gefragter Mann

Der Ironman ist gerade einmal zwei Wochen her, der Beitrag auf Galileo noch nicht einmal gelaufen und schon bekomme ich einige Mails von Leuten, die es mir nachmachen wollen und nun von mir in persönlichen Gesprächen Tipps und Tricks verraten bekommen möchten. Ich hoffe, dass ihr Verständnis dafür habt, dass ich nach meinem großen Trainingspensum auch wieder einmal was arbeiten muss und mich natürlich nicht mit jedem einzelnen von euch treffen kann.

Ich weiß bei vielen von euch weder etwas über die sportliche Historie, noch über die Motive, die euch zu einer Anmeldung für den Ironman 2009 bewogen haben. Generell und das habe ich ja auch schon mal geschrieben, ist es natürlich nicht sonderlich sinnvoll, ohne die richtigen Grundlagen einen Ironman mit nur einem Jahr Vorbereitung anzugehen, besonders, wenn man es denn auch noch auf eigene Faust und ohne professionelle Hilfe versucht.

Sat.1-Morningshow am Sonntag: WECK UP

Deswegen fand ich es ganz cool, als ich heute einen Anruf aus Mainz erhalten habe. Am anderen Ende war eine Redakteurin von News and Pictures, die für Sat.1 das Sonntagmorgen-Magazin „Weck Up“ produzieren und für die Sendung am 27.Juli von 8:15 Uhr bis 9:15 Uhr das Thema „Sport ist gesund, oder?“ vorgesehen haben.

Dort soll es darum gehen, dass sich viele Leute zu wenig bewegen und dass es Leute gibt, die einen Marathon nach dem anderen laufen, bzw. sich innerhalb kürzester Zeit fit für Extremsportarten machen wollen. Kurzum, es sollen folgende Fragen behandelt werden:

  • Wie viel Sport ist wiklich gesund?
  • Ab wann überfordern sich Breitensportler?
  • Und wieviele Stunden in der Woche sollte man sich überhaupt bewegen?

Ich habe mich deshalb auch gefreut, als sie mich gefragt hat, ob ich Interesse hätte, ein paar Sätze zu mir und meiner Vorbereitung zu sagen und insbesondere darauf einzugehen, wie ich das angegangen habe; nämlich eben mit professioneller Unterstützung und eben der freien Zeiteinteilung, die mir mein Job ermöglicht. Damit würde ich etwas mein Gewissen beruhigen, denn was ich natürlich nicht möchte, ist, dass sich jetzt einige Leute, angesport durch mein Ironman-Projekt, auch an so einem Vorhaben versuchen und sich dabei übernehmen oder gesundheitliche Schäden davontragen.

Doch leider wird aus dem TV-Auftritt nichts, denn er würde vor dem Galileo-Beitrag ausgestrahlt werden und das wäre, so wie der Pro7-Bericht aufgebaut ist, nicht gerade sinnvoll. Naja, vielleicht gibt es später einmal noch die Möglichkeit darauf hinzuweisen, dass solch ein Vorhaben nicht ganz ohne Risiken verbunden ist. Sicherlich wird nicht jeder so optimal und weitgehend verletzungsfrei durch die Vorbereitung kommen.

Ich bin ein Ironman!

Wenn mir vor eineinhalb Jahren einer gesagt hätte, dass ich am 6.Juli 2008 um 7:00 Uhr morgens am Langener Waldsee im Wasser stehe und darin 3,8km schwimmen, im Anschluss daran noch einmal 180km Rad fahren und zu guter letzt noch einen Marathon mit 42,195km Länge laufen werde, dann hätte ich denjenigen für absolut verrückt erklärt.

Der Grund dafür war ganz einfach: damals wog ich, wie ihr vielleicht auf diesem Bild erahnen könnt, knapp 110kg und hatte eine ganze Zeit lang, keinen Sport mehr getrieben. Nur sporadisch bin ich noch ins Training meines Fußballvereins gegangen und dort habe ich auch sonntags in der Reverse nur dann mitgespielt, wenn keine anderen Leute mehr da waren. Die Luft reichte da auch nur für 30 Minuten, länger nicht.

Es wäre vielleicht alles ganz anders gekommen, wenn nicht meine Freunde Katrin und Bernd mich im März 2007 auf einer Party andauernd auf mein Gewicht angesprochen und so gereizt hätten, dass ich eine Wette mit ihnen abschloss. Ich sollte abnehmen, insgesamt über 25 Kilogramm in 10 Monaten.

Schaffen wollte ich das mit viel mehr Sport und gesünderer Ernährung. Ich fing an zu joggen (Laufen konnte man das nicht nennen, eher schnelleres Gehen oder langsames Traben) und schnell stellten sich erste Erfolge auf der Waage ein. In der Euphorie, dass ich nun auf dem Weg zu meinem Idealgewicht bin, wurde ich von einem Freund heiß auf einen Ironman gemacht. Er erzählte nämlich, dass es jeder schaffen kann und wie geil das Gefühl sei, über die Ziellinie zu laufen. Ich erwiderte zwar erst, dass ich das nicht glaube und es bei mir an den nicht vorhandenen Schwimmfähigkeiten scheitern würde, doch er war fest davon überzeugt, dass Wille alles sei.

In Wochen nach dem Gespräch nahm ich nicht nur weiter Gewicht ab, sondern setzte mich auch mit dem Thema „IRONMAN“ auseinander. Zwei Fragen quälten mich dabei immer und immer wieder, nämlich „kann auch ich es schaffen?“ und „ist das Gefühl, über die Linie zu laufen wirklich so toll?“. Klar war, wenn ich die Antworten wissen will, dann muss ich teilnehmen. Für mich stand fest: JA, ICH MACH ES.

Am 2.Juli 2007 um 16:19 Uhr stand fest: die Online-Anmeldung ist durch und ich beim Ironman 2008 in Frankfurt mit dabei.

Man kann jetzt dazu stehen, wie man will. Ob es sinnvoll ist, so etwas in einem Jahr durchzuziehen oder das Training lieber über mehrere Jahre kontinuierlich aufzubauen. Ich habe die Für und Widers gegeneinander abgewogen und etztlich sprachen viel mehr Gründe für eine Teilnahme nach nur einem Jahr.

Tja, am letzten Sonntag war es dann soweit. Ich bin beim Ironman in Frankfurt gestartet und nicht nur einfach ins Ziel gekommen, sondern auch in einer für den erste Langdistanz hervorragenden Zeit, in 11 Stunden und 36 Minuten.

Ausführliche Berichte und Fotos findet ihr unter www.ironseo.de:

In Kürze werde ich hier noch zwei Rubriken über das Abnehmen und den Ironman veröffentlichen. Muss aber bis dahin noch einiges an Texten schreiben. 😉

Tag der Wahrheit

In zwei Wochen ist es soweit: da werde ich an den Start des IRONMAN Germany in Frankfurt gehen; also auf eine 226km lange Reise.

Die ersten 3,8km werden dabei schwimmend im Waldsee in Langen zurückgelegt, danach folgen 180km auf dem Fahrrad durch den MainKinzigKreis und die Wetterau und anschließend noch 42,2km zu Fuß am Mainufer in Frankfurt entlang.

Vor eineinhalb Jahren sah ich ja -man kann es hier auf der Website zurückverfolgen- noch so aus. Das hat sich dank der Sticheleien von Bernd und Katrin, die dann in einer Abnehmwette mündeten, geändert: Ich habe angefangen, mich bewusster zu ernähren und habe wieder mit dem Laufen angefangen. Auf einer Party vor gut 14 Monaten hat mir dann der Applejack so von seiner Ironman-Teilnahme vorgeschwärmt und behauptet, dass dies jeder schaffen könne.

Das muss ich natürlich testen: kann es wirklich jeder schaffen, innerhalb eines Jahres zum richtigen Ironman zu werden? Ich werde es in genau zwei Wochen herausfinden, da ist dann der Tag der Wahrheit für mich.

Auch wenn der Wettkampf selbst noch ein endlos langer Weg werden wird, alleine der Weg bis heute war schon extrem lang, denn seit meiner Anmeldung am 2.Juli 2007 bin ich am Trainieren. Erst alleine nach Gefühl, dann mit professioneller Unterstützung von Stephan aus der Sportklinik Bad Nauheim. Seitdem sind nun 51 Wochen vergangen und während dieser Zeit habe ich sage und schreibe 470 Stunden trainiert; reine Netto-Trainingszeit versteht sich. Mit anderen Worten: darin sind natürlich keine Fahrten ans Schwimmbad enthalten, keine Stunden für das Pflegen des Rades, usw. sondern nur reine Trainingszeiten für Rad fahren, Schwimmen, Laufen und Krafttraining.

Auch die absoluten Kilometerzahlen, die ich dabei zurückgelegt habe, hören sich -wie ich finde- recht beachtlich an. Da hätten wir 134km Schwimmen (alleine 117km seit Jahresbeginn), stolze 1.843km Laufen (knapp 1.000km seit Januar ’08) sowie immerhin 4.810km auf dem Rad (3.500km davon in diesem Jahr).

Das macht insgesamt 6.787 Kilometer, die ich seit Juli letzten Jahres schwimmend, Rad fahrend und laufend bewältigt habe, doch all dies ist nichts wert, wenn dann heute in zwei Wochen, also am 6.Juli 2008 nicht noch weitere 226km hinzukommen.

In zwei Wochen wird es sich zeigen, ob sich das Training gelohnt hat. Drückt mir bitte die Daumen, dass das Wetter gnädig wird, das Material hält und ich gut drauf bin und durchkomme. 🙂

Wer am Renntag verfolgen will, wie ich mich schlage, der kann mich via Twitter verfolgen und bleibt somit ständig auf dem neuesten Stand oder liest direkt auf meinem Triathlon-Blog nach. Und wer Interesse an einem Fanshirt hat, der meldet sich einfach bis Mittwoch bei meiner Freundin. Nähres in diesem Beitrag.