Triathlon Buschhütten

Gestern war ich in Buschhütten beim – wie es der Veranstalter nannte – „Duell der Legenden“. Und tatsächlich konnte der Kurzdistanz-Triathlon im Siegerland mit einem Profi-Starterfeld aufwarten, dass so manchen Ironman-Großevent-veranstalter vor Neid hätte erblassen lassen: von den Top10 der WM auf Hawaii im letzten Jahr waren alleine drei Athleten am Start: Timo Bracht, Faris Al-Sultan und Dirk Bockel, hinzu kamen noch der Titelverteidiger Sebastian Kienle und der zweitplatzierte beim Ironman Südafrika 2011 Andi Böcherer; aber auch Altstars, wie Lothar Leder, der das Rennen in Buschhütten bereits 5x gewinnen konnte, waren am Start.

Fotos vom Wettkampf

Ich war – wie schon letzte Woche bei den Deutschen Duathlon Meisterschaften in Oberursel – als Fotograf dabei und konnte das Rennen aus nächster Nähe verfolgen. Während sich Sebastian Kienle und Andi Böcherer einen harten Kampf an der Spitze des Feldes lieferten, hinkten einige bekannte Gesichter zu meiner Überraschung deutlich hinterher. eine davon war Faris Al-Sultan, der mehr als 3min beim Rad fahren verlor, eigentlich seine starke Disziplin.

Faris Al-Sultan in Buschhütten

König von Buschhütten

Auch der mehrfache Ironman-Frankfurt-Gewinner Timo Bracht hatte mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun und wurde zwischenzeitlich sogar beim Laufen, seiner starken Disziplin, von Faris überholt, am Ende war aber dann doch wieder knapp vor dem Münchner. An der Spitze passierte nach dem zweiten Wechsel nicht mehr viel. Die drei schnellsten Radler – Böcherer, Kienle und Bockel – reihten sich recht schnell ein: Böcherer konnte das Tempo von Kienle nicht mitgehen und Bockel nicht das Tempo von Böcherer. Und so wurde – übrigens zum vierten Mal in Folge – Sebastian Kienle zum König von Buschhütten gekrönt.

Sebastian Kienle in Buschhütten

Weitere Bilder vom Triathlon in Buschhütten gibt es entweder auf meiner Sportfotografie-Website oder bei Facebook-Fanpage. 😉

Duathlon in Oberursel

Am gestrigen Tag, dem ersten Mai, hatte ich meinen „Saisonauftakt“ bei den Deutschen Duathlon Meisterschaften in Oberursel.

Nein, ich habe dort nicht mitgemacht, aber ich war dort als Fotograf am Start. Dass ich bei einem Duathlon oder auch bei einem Triathlon nicht mitmache, sondern den jeweiligen Wettkampf als Sportfotograf begleite, das wird in Zukunft häufiger der Fall sein. Ihr könnt also euch schon mal dran gewöhnen. 😉

Deutsche Duathlon Meisterschaften

Fotos vom Duathlon in Oberursel

Zum zweiten Mal wurde die Duathlon-DM nun im Taunusstädtchen Oberursel durchgeführt und passend dazu waren auch die Sieger, die gleichen, wie im Vorjahr. Bei den Frauen siegte die Vorjahressiegerin Jenny Schulz souverän mit einem Start-Ziel-Sieg. Bereits auf den ersten zehn Laufkilometern brummte sie der härtesten Konkurrentin Kristin Möller vom Abu Dhabi Triathlon Team fast eineinhalb Minuten auf. Auch auf dem Rad fuhr sie der Konkurrenz davon, so dass sie die abschließenden 5km locker laufen konnte. Bei den Männern war es, zumindest, was die offene Wertung anging, etwas spannender. Titelverteidiger Patrick Lange, der im Vorjahr noch die Profis Sebastian Kienle und Normann Stadler auf die Plätze verwies, lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem zweimaligen Duathlon-Weltmeister auf der Langdistanz, dem Schweizer Andy Sutz. Die beiden fuhren dicht beieinander dem restlichen Feld davon und gingen gemeinsam auf die abschließenden fünf Kilometer. Dort attackierte Lange dann auch gleich, Sutz musste abreißen lassen.

Ach ja, und für die, die es sehen möchten: hier sind meine Fotos vom Duathlon in Oberursel.

Frühjahrslauf in Giessen

Heute war mein erster Wettkampf in diesem Jahr und ich habe auch gleich mein erstes Saisonziel für 2011 erreicht, einen Halbmarathon in einer Zeit unter 1:40h zu laufen. Letztes Jahr war ja mein Versuch auf den letzten Kilometern schiefgegangen und auch dieses Mal sah es zwischendurch eine Weile so aus, als würde ich es wieder nicht packen; doch alles der Reihe nach.

Das Duell – Mann gegen Mann

Daniel verfolgt Axel

Neben meinem Sub-1:40-Ziel hatte ich noch ein weiteres: ich wollte meinen Arbeitskollegen Axel schlagen. Mit ihm habe ich mich in den letzten Wochen in der Mittagspause beim Laufen ständig duelliert (in erster Linie verbal) und nach meinen Verbalattacken musste ich nun Taten folgen lassen. Das Problem: er wollte auf 1:35h laufen, was mir eigentlich eine Nummer zu schnell ist, aber ich dachte, wenn er einen schlechten Tag hat und ich einen perfekten, dann wird das schon klappen. Oder wenn ich einfach dicht genug an ihm dranbleiben kann, dann wird es der pure Siegeswille schon richten. 😉

Eine ganz neue Erfahrung für mich, einmal nicht gegen die Uhr zu laufen, sondern gegen einen direkten Konkurrenten. Es sollte aber nicht lange dauern, dann befand ich wieder im Kampf gegen die Uhr… ich wollte gleichmäßig laufen und war damit die ersten drei Kilometer vorne, dann kam Axel an mir vorbei und ich versuchte dranzubleiben, was ich aber nur bis KM7 schaffte. Ein 4:30er Schnitt war zu diesem Zeitpunkt eindeutig zu schnell und ich machte einen Tick langsamer und hoffte, dass der Abstand nicht zu groß werden würde. Doch er wuchs kontinuierlich an.

Das Duell – Mann gegen Uhr

Daniel hat ein Tief

Nach ziemlich genau 46 Minuten waren die ersten 10km rum, meine Kräfte schwanden schon etwas, trotzdem konnte ich das Tempo noch bis KM15 noch einigermaßen hoch halten. Ich rechnete mir zu diesem Zeitpunkt aus, dass ich ja eigentlich nur noch einen 5min-Schnitt laufen müsste, um das Sub1:40-Ziel noch zu erreichen und dachte mir, dass das schon irgendwie klappen würde, doch dann kamen die härtesten zwei Kilometer zwischen KM16 und KM18. Da ging einfach gar nix mehr, ich konnte beim besten Willen den Schnitt nicht mehr unter 5min halten und war mir unsicher, ob ich überhaupt noch ins Ziel kommen würde. Mir ging’s echt dreckig und an mir flogen die Leute nur so vorbei. Ich weiß nicht warum, aber von jetzt auf gleich fühlte ich mich nach KM18 wieder einigermaßen und konnte auch wieder das alte Tempo laufen. Keine Ahnung warum, aber der Motor lief wieder…

Um das mal zu veranschaulichen, eine kleine Grafik von meinem Lauf, die die durchschnittliche Pace beim jeweiligen Kilometer anzeigt. Man sieht deutlich, dass da ein richtiges Tief drin ist und nachdem das überwunden war, ging’s ganz normal weiter, als wäre nix gewesen. Einfach eine krasse und neue Erfahrung für mich.

Tiefes Loch bei KM17 und KM18

Und diese wundersame Erholung hat dann dafür gesorgt, dass ich mit 1:39:32h dann doch noch unter meinem Sub-1:40-Ziel geblieben bin. Tja, und wenn dieser extreme Durchhänger nicht gewesen wäre, dann hätte es auf der ewig langen Zielgeraden vielleicht doch nochmal zu einem Showdown zwischen Axel und mir kommen können, denn auch Axel hatte in der zweiten Rennhälfte starke Probleme und kam nach 1:36:57h ins Ziel. Wer weiß, ob es mich nicht noch beflügelt hätte, wenn ich ihn 150m vor mir direkt vor Augen gehabt hätte.

Aber hey, Axel ist momentan einfach noch einen Tick besser, das muss ich akzeptieren. Ich bin trotzdem mehr als zufrieden: Ziel erreicht und -ganz witzig- damit auch noch den dritten Platz in der AK30 belegt und auch alle Frauen hinter mir gelassen.

Das bedeutete meine allererste Siegerehrung bei einem Laufwettkampf, zusammen mit Henrik, der mit seinen 1:25:48h insgesamt 7ter und Altersklassensieger wurde. 😀

Henrik und Daniel bei der Siegerehrung

Danke übrigens an meine Frau Katharina, die die ganzen schönen Fotos vom Halbmarathon beim Frühjahrslauf in Giessen gemacht hat.

Pro7 Galileo: Vom Pummelchen zum Ironman

Ich bin gerade zufällig im Netz auf die Website des Galileo-Redakteurs gestoßen, der mich von August 2007 bis zum Ironman im Juli 2008 mit der Kamera begleitet hat. Er hat dort den kompletten Mitschnitt des Galileo-Beitrags „Vom Pummelchen zum Ironman“ online gestellt.

Da ich immer mal wieder gefragt wurde, ob es den Bericht irgendwo im Netz gibt und ich das bisher immer verneinen musste, kann ich also jetzt sagen: wer den Beitrag nochmal sehen will oder wer ihn bisher noch nicht gesehen hat, ihn aber gerne einmal sehen möchte, der kann das jetzt auf Youtube tun. Einfach nach „Pummelchen Ironman“ suchen und das erste Video auf der Seite starten oder einfach direkt diesen Link hier verwenden: „Vom Pummelchen zum Ironman„.

Die Qualität könnte zwar etwas besser sein, aber ich will nicht meckern, und freue mich, dass der Bericht überhaupt wieder online ist. Übrigens: in der Mitte des Videos, wo eigentlich der Werbeblock auf Pro7 kam, ist ein klein wenig Leerlauf drin und für ca. eine Minute der Bildschirm schwarz. Keine Angst, das geht danach aber weiter; einfach ein bisschen vorspulen.

Aloha

Tja, so wie es momentan aussieht, werde ich ich wohl am 9.Oktober den Ironman auf Hawaii aus nächster Nähe beobachten können. Gebucht ist die Reise zwar noch nicht, aber in Kürze dürfte das wohl soweit sein. 🙂

Ich bin ja schon ganz neugierig darauf, wie es sich anfühlen wird, auf der Inselgruppe im Pazifik zu sein, quasi genau dort, wo der Ironman-Wettkampf im Jahre 1978 seinen Anfang fand und seitdem immer wieder für spektakuläre Bilder gut war. Die meisten von euch werden wohl diese Videos kennen:

  • 1982: Julie Moss – Die Studentin führt das Frauen-Rennen an, bricht aber wegen Dehydrierung kurz vor dem Ziel zusammen, kriecht ins Ziel und wird nur zweite. Der Zuschauer Mark Allen fand das so beeindruckend, dass er auch den Ironman versuchen musste. Nicht nur, dass er dann Hawaii insgesamt sechs Mal gewann, nein, er heiratete auch Julie Moss.
  • 1997: The Crawl – Sian Welch und Wendy Ingraham sind beide wenige Meter vor dem Ziel völlig dehydriert und am Ende ihrer Kräfte, sie stürzen und kriechen danach Zentimeter für Zentimeter vorwärts in Richtung Ziel; liefern sich einen erbitterten Fight… um den vierten Platz!
  • 1999: Dick und Rick Hoyt bzw. Team Hoyt – Rick leidet seit seiner Geburt an infantiler Zerebralparese, kommuniziert nur über einen Computer. Da er sich selbst nicht bewegen kann, aber ein großer Sportfan ist, tut sein Vater Dick alles, um ihn glücklich zu machen. Erst kleine Läufe, dann Marathons, … und letztendlich auch den Ironman auf Hawaii. Erstmals erfolgreich 1989 und auch nochmal 10 Jahre später (aus diesem Jahr ist das Video)

Bin mal gespannt, was es dieses Mal beim Ironman besonderes zu sehen gibt. Insgeheim hoffe ich ja, dass es einen vierten deutschen Hawaii-Sieger gibt, nach Thomas Hellriegel, Normann Stadler und Faris Al-Sultan; zutrauen würde ich es jedenfalls einem, nämlich Andreas Raelert, dem Sieger von Frankfurt. Aber auch Timo Bracht sollte man immer auf der Rechnung haben, wobei er bei den letzten Rennen in Kailua Kona immer etwas unglücklich unterwegs war.

Während ich schon vom Ironman und einem möglichen deutschen Sieg träume, dürfte eine andere nicht ganz so euphorisch sein: meine Frau. Denn die habe ich schon vorgewarnt. Es gibt nämlich nur zwei Möglichkeiten, wie die Reise nach Hawaii ausgehen kann. Entweder ich sage danach: „Hier will ich niemals mitmachen!“ oder genau umgekehrt: „Hier muss ich unbedingt auch selbst mal starten.“

Bilder vom Ironman in Frankfurt (2010)

Um die Artikel genauso zu halten, wie bei meiner Teilnahme vor zwei Jahren, hier noch der Beitrag, wo man die Bilder vom Event finden kann.

Anders als damals habe ich sie allerdings nicht bei mir auf der privaten Website hochgeladen, sondern als Fotoalbum auf meiner IRONSEO-Fanpage bei Facebook!

Keine Angst, auch wenn ihr nicht bei Facebook registriert seid, ihr könnt euch die Bilder trotzdem anschauen. Bei denjenigen, die einen Account haben, würde es mich freuen, wenn sie Fan von meiner Page werden (einfach den „Gefällt mir“-Button auf der Fanpage anklicken). Ihr könnt dann nämlich alle meine Bilder von der sportlichen Entwicklung seit 2007 einsehen und auch von meiner Couchpotato-Zeit davor gibt es zahlreiche schockierende Fotos. Und natürlich könnt ihr auch jede Menge Kommentare hinterlassen, würde mich sogar freuen… 😉

Danke übrigens an die diversen Fotografen für die tollen Bilder!

Hier geht’s zu den Bildern vom Ironman 2010 in Frankfurt.

IMG10 – Laufen – 5:43h

Im Bericht über meinen Radsplit habe ich ja bereits geschrieben, dass ich mich nicht richtig auf dem Rad verpflegt habe, insgesamt nur ein bisschen mehr als ein Drittel von dem, was ich eigentlich hätte zu mir nehmen sollen. Klar, dass ich dann schon leer in Frankfurt ankam und eigentlich hatte ich auch wirklich keine Lust mehr auf den Marathon. Mir war nämlich klar, dass ich diesen nicht wirklich würde durchlaufen können.

Kilometer 1 bis 17 – ca. 1:53h

Der einzige Grund, warum ich überhaupt auf die Laufstrecke bin, war, dass meine „Fans“ noch nicht in Frankfurt waren. Die hatten nämlich allesamt in Friedberg auf der zweiten Radrunde auf mich gewartet und da ich nicht genau wusste, wo sie wann sein werden, bin ich los und wollte zumindest so weit laufen, bis ich sie an der Strecke treffe. Die ersten Meter bin natürlich viel zu schnell los gelaufen, aber ich wurde schnell eingebremst, denn das erste Dixi-Häuschen war mir. Als ich nach ein paar Minuten aus dem gefühlt 50 Grad heißen Örtchen herauskam, hatte ich dann mein erstes und einziges Highlight: ich war wenigstens so früh auf der Laufstrecke, dass ich die Profis noch sehen konnte; zwar nicht den späteren Sieger Andreas Raelert, der war nämlich schon durch, aber zumindest Timo Bracht und Chris „Macca“ McCormack durfte ich noch auf ihrer letzten Laufrunde bewundern. Und kurz darauf überholten mich dann auch die führenden der Frauen, die auf ihrer vorletzten Runde waren. So viel zum positiven…

Wo ist meine Frau?

Der Rest war eher negativ: ich merkte, wie wenig Energie ich noch hatte, konnte mich aber trotzdem nicht überwinden, irgendetwas in mich reinzustopfen. Aber noch trieb mich der Gedanke „du kannst doch nicht ohne ein einziges Bändchen am Arm schon spazieren gehen“ zum Laufen an. Wobei das auch schon nicht mehr wirklich Laufen war, ein 6:30er Schnitt auf der ersten Runde und der Puls für den niedrigen Schnitt schon viel zu hoch. Da merkte man auch schon an den Werten, dass das nicht mehr ganz so in Ordnung war. Nach der ersten Runde traf ich dann meinen Bruder und ein paar Freunde, allerdings fehlte Katharina. Ja, ich war regelrecht entsetzt, hatte ich mich doch so gefreut, meine Frau zu sehen und dann war sie auch nicht da… „Die ist drüben“ rief mir mein Bruder zu und ich sagte nur: „Scheiße, nochmal 6km bis ich sie sehe…“.

Kilometer 17 bis 42,2 – ca. 3:50h

Anfeuerung auf der Laufrunde

Ja, und so bin ich nochmal weiter gelaufen, bis ich mir dann auf der Sachsenhausener Mainufer-Seite ein Bussi und einen Drücker abholen konnte… danach ging allerdings nicht mehr viel, bei Kilometer 17 war es dann so weit, ich bin zum ersten Mal gegangen… und bin auch nicht mehr losgelaufen…

Mit anderen Worten: ich bin über 25km am Mainufer spaziert, auch an den Stellen, wo viele Leute standen und die mich allesamt namentlich anriefen und meinten: „komm, Daniel, das geht schon, du siehst noch gut aus, lauf wieder an.“ – schon unglaublich, was einem da alles durch den Kopf geht… ach ja, und Spaß macht das nicht wirklich… und langweilig ist es auch… und mit großem Sport hat das dann auch nichts mehr zu tun… meiner Meinung nach zumindest…

Im Ziel nach 12:49h

IRONMAN Finish

Aber immerhin: ich konnte mich dazu überwinden, es zu Ende zu bringen, auch wenn schon relativ früh klar war, dass ich das Ziel, weswegen ich eigentlich angetreten bin, nicht wirklich erreichen kann.

IMG10 – Rad fahren – 5:27h

Nachdem ich gestern bereits ein paar Zeilen zum Schwimmen geschrieben habe, folgt nun der Bike-Split.

Wechselzone 1

Daniel in Wechselzone 1

Relativ entspannt, wenn auch mit einiger Verspätung ging es den steilen Anstieg durch den Sand von dem See in die Wechselzone. Dort musste ich als erstes an einem Dixi-Klo halten und mich ein wenig erleichtern. Andere machen das ja bereits während dem Schwimmen, ich hingegen war anständig und hab den dafür vorgesehenen Bereich genutzt. Das hat mich natürlich eine Minute gekostet und dann ging es weiter zu meinem Rad, wo ich dann erst einmal versuchte, den Sand von meinen Füßen abzubekommen. Doch das gelang mir nicht wirklich und so zog ich meine Kompressionssocken halt über meine sandigen Füße… Startnummer an, Brille auf, Helm auf, Rad geschnappt und Richtung Ausgang.

Die Wechselzeit betrug 7:09min, mit 7min hatte ich auch kalkuliert… nun ging es auf das Rad; im ursprünglich mal angedachten Plan für 10.30h standen 5:20h, damals war die Strecke auch noch 180km lang. Durch die Umleitung und die daraus resultieren 5km Umweg würde es etwas länger dauern, das war mich schon klar.

Vom Waldsee nach Frankfurt

Bevor man auf die zwei Rad-Runden geht, hat man erst noch eine rund 13km lange Fahrt vom Waldsee in Langen nach Frankfurt vor sich. Diese Strecke ist echt ein Traum: eine zweispurige Bundesstraße, flach und super Asphalt; hier rollt es fast von alleine. Da das absolut meine Abschnitte sind, habe ich gleich auch richtig Gas gegeben und bin mit einem Schnitt knapp unter 40km/h nach Frankfurt gerast.

1.Radrunde

Daniel am Heartbreak Hill (1.Runde)

Es machte richtig Spaß: ich flog an denen vorbei, die schneller geschwommen sind und wurde von keinem anderen überholt, zumindest bis zum ersten Anstieg in Bergen-Enkheim. Hier habe ich das erste Mal etwas langsamer gemacht; ich hab’s halt nicht so mit Höhenmetern. Nach der ersten Verpflegungsstation gibt’s wieder ein Abschnitt für mich: Vollgas nach Maintal-Hochstadt zur nächsten Attraktion, das Kopfsteinpflaster in der Innenstadt. Bei meinen Trainingsfahrten habe ich den Abschnitt immer gemieden, im Wettkampf fiel mir dann wieder ein, warum. Ich wurde richtig durchgeschüttelt und auch meinem Finger, der ja beim Schwimmen einen Tritt abbekommen hat, gefiel das weniger, also bin ich mehr oder wenig einhändig durchgefahren und war froh als der halbe Kilometer herum war.

Als ich dann auf der Straße nach Wachenbuchen wieder Tempo machen wollte, meldete sich das erste Mal mein Knie. Das hatte ja im Training schon das ein oder andere Mal gemeckert, war aber zum Schluss wieder – zumindest dachte ich das – in Ordnung. Heute meckerte es also schon bei Kilometer 30. „Na super“, dachte ich mir, „das fängt ja früh an“. Aber es tat nicht so weh, dass ich nicht weiter meinen Speed fahren konnte. Und so spulte ich Kilometer für Kilometer ab.

In Friedberg jubelten mir dann das erste mal meine „Fans“ zu, also die Family und etliche Freunde. Anders als letztes Mal machte ich allerdings nicht langsam, sondern sauste vorbei, ich wollte ja schnell sein. Auf der Umleitung in Bad Vilbel wurden die Schmerzen im Knie etwas stärker und ich ahnte schon, dass ich wohl nicht bis zum Ende voll durchfahren könne. Am Heartbreak Hill klagte ich dann meiner Frau, Applejack und seiner Freundin im Vorbeifahren mein Leid, dann war der Berg auch schon fast wieder vorbei und es ging weiter nach Frankfurt rein.

Die ersten 100km der Ironman-Strecke bin ich in einem Schnitt von 35,6km/h gefahren. Der Puls war dabei im grünen Bereich, also so hoch, wie bei meiner letzten Teilnahme. Allerdings war ich damals deutlich langsamer unterwegs.

2.Radrunde

Daniel in Friedberg (Burgmeile, 2.Runde)

Am Anstieg im Bergen-Enkheim machte sich dann mein Knie wieder mehr bemerkbar und nach der zweiten Kopfsteinplaster-Passage war es dann ganz vorbei. Ich hatte richtig Schmerzen; allerdings zu meinem Glück nicht generell beim Kurbeln, sondern nur bei bestimmten Bedingungen: niedrige Trittfrequenzen gingen, hohe hingegen nicht, auch durfte ich nicht übermäßig Druck auf die Pedale geben und auch beim aus-dem-Sattel-gehen musste ich aufpassen, dass ich nicht zu viel Druck mache. Dann ließ es sich wenigstens aushalten, allerdings drückte das natürlich meinen Schnitt nach unten, ich konnte nicht mehr so schnell, wie ich gerne wollte, kam aber wenigstens noch einigermaßen vorwärts; mit einem Puls der eher dem einer lockeren Trainingsfahrt entsprach, als einem Wettkampfpuls.

Ein weiteres Problem kam hinzu: gegen Mitte der zweiten Radrunde merkte ich dann, wie mein „Tank“ immer leerer wurde. Das lag daran, dass ich auf dem Rad so gut wie keine Kohlenhydrate nachgefüllt habe. Auf dem ersten Abschnitt nach Frankfurt hinein hat noch alles wunderbar geklappt, nach dem ersten Schluck vom Iso-Drink hatte mein Magen allerdings etwas gegen weitere Energiezufuhr; mir wurde übel. Hier habe ich einen entscheidenden Fehler gemacht: statt einfach weiter meine Riegel zu essen und mein Gel zu lutschen, habe ich die Energieaufnahme komplett eingestellt bzw. nur dann wieder was nachgefüllt, wenn ich den Eindruck hatte, mein Magen hat wieder Lust darauf. Dass sich das spätestens auf der Marathonstrecke rächen wird, war mir zwar klar, aber irgendwie dachte ich mir nur: „dann ist das eben so, rette dir wenigstens die gute Radzeit und fahr jetzt weiter“. Das war natürlich fatal, im Nachhinein betrachtet, hätte ich mir die Riegel reinschieben müssen und selbst, wenn ich mich dann übergeben hätte, könnte ich mir jetzt wenigstens nicht vorwerfen, dass ich nicht alles versucht habe. Nur so, wie ich es gemacht habe, konnte das ja nichts mehr werden mit dem Marathon…

Nachdem ich den Heartbreak Hill das zweite Mal passiert hatte, ließ ich es nach Frankfurt rein nur noch rollen und trat kaum noch in die Pedale. Der Akku war fast leer und ich hatte absolut keine Lust mehr noch einen Marathon zu laufen. Eigentlich wollte ich da auch schon aufgeben. An ein Zeitziel habe ich da gar nicht mehr gedacht, dabei hätte für eine Sub11 doch ein 3:54er Marathon gereicht, aber ich war einfach leer.

Warum ich dennoch weiter gemacht habe, gibt’s dann im nächsten Abschnitt… 😉

Trotz der Probleme auf der zweiten Runde habe ich die 85km noch mit einem Schnitt von 31,8km/h absolvieren können. Insgesamt habe ich 5:27.40 gebraucht und damit bin ich – bedenkt man die 5km Umweg – ziemlich genau in meinem Zeitplan gewesen.

Erkenntnisse

Wenigstens beim Rad fahren gibt es ein paar positive Erkenntnisse:

  • Ich war deutlich schneller unterwegs als letztes Mal.
  • Hätte mein Knie gehalten und ich mich richtig verpflegt, dann wäre -da bin ich mir sicher- einen Schnitt um die 35km/h herausgekommen.
  • Merksatz für’s nächste Mal: Du musst dich verpflegen, egal ob dein Körper das in dem Moment will oder nicht.

Der Laufbericht folgt dann in Kürze. 😉

IMG10 – Schwimmen – 1:28h

Nachdem ich ja schon geschrieben habe, warum ich meiner Meinung nach nicht so abgeschnitten habe, wie ich gerne wollte, hier nun die einzelnen Berichte von meinem Wettkampf.

Neoprenverbot

Wer mich kennt, der weiß, dass ich kein guter Schwimmer bin und deshalb, wenn denn eine halbwegs vernünftige Schwimmzeit herauskommen soll, auf den Neoprenanzug angewiesen bin. Denn der sorgt dafür, dass das, was sich ab meinem Bauch abwärts befindet, nicht schräg im Wasser hängt, sondern durch den Auftrieb schön an der Wasseroberfläche bleibt. Damit spar ich nicht nur unglaublich viel Kraft, dadurch komme ich sogar anständig vorwärts. Dumm ist nur, dass Neoprenanzüge ab einer Wassertemperatur von 24,5 Grad bei einem Ironman verboten sind und der Langener Waldsee am Wettkampftag knapp 26 Grad hatte. Das Tragen von Neoprenanzüge war also verboten; meine angepeilte Schwimmzeit von 1:10h konnte ich also gleich knicken.

Daniel Rüd vor dem Start

Vor zwei Jahren lag die Neo-Verbots-Grenze noch ein Grad niedriger und auch damals wurde erst kurz vor dem Wettkampf entschieden, ob Neopren erlaubt ist oder nicht. Damals habe ich vorher sogar noch gesagt: „Mir doch egal, ich schaffe die Strecke auch ohne Neo“. Da wusste ich aber noch nicht, was auf den ersten Metern nach dem Start so abgeht. Dieses Mal war ich mir nicht so sicher. Ich wollte mich keinesfalls mit anderen um jeden Zentimeter des Waldsees prügeln; außerdem hatte ich mir ja zwei Wochen vorher meinen Finger verstaucht, was noch nicht ganz ausgeheilt war und da wollte ich keinen Tritt dagegen bekommen. Also entschloss ich mich, mir ein Plätzchen zu suchen, wo nur wenige andere Athleten waren. Das habe ich auch ziemlich weit rechts, rund 30m hinter der Startlinie gefunden.

1.Runde

IRONMAN Startschuss

Dann fiel der Startschuss, es ging also los. Meine Taktik war erst einmal locker losschwimmen, denn so eine lange Strecke ohne jegliche Hilfsmittel bin ich schon mehr als zwei Jahre nicht mehr geschwommen, von daher wollte ich keinesfalls riskieren, dass mir die Puste ausgeht. Und tatsächlich sollte es sich lohnen, dass ich mir ein freies Plätzchen gesucht hatte, denn die ersten 100 bis 200m konnte ich befreit schwimmen. Was mich aber völlig überraschte, war das Geschaukel. Ich kam mir vor als würde ich im Meer schwimmen, so ein Wellengang herrschte. Das hab ich so noch nie wahrgenommen; ich weiß also nicht, ob einem das im Neoprenanzug weniger auffällt oder ob das immer so ist, wenn man ein Teil der Konkurrenz vorne weg schwimmen lässt. Jedenfalls ging mir das Geschaukel erstens nach kurzer Zeit auf die Nerven und zweitens konnte ich auch darin nicht so frei wie sonst nach vorne schauen, um mich zu orientieren. Es war mehr oder weniger ein Blindflug. Kein Vordermann, kein Nebenmann, und keine freie Sicht nach vorne. Das sollte sich allerdings schnell ändern. Denn plötzlich tauchten Beine vor mir und neben mir auf. Das breit gestartete Feld zog sich nun zusammen, es wurde eng und es gab kurzzeitig kein Vorwärtskommen; quasi Stop-and-Go. Ein wenig auf der Stelle schwimmen, dann wieder weiter, dann wieder auf der Stelle, dann wieder weiter…

Auf Abwegen

Dabei hat es mich dann erwischt, mir hat jemand gegen meine linke Hand getreten und natürlich auch genau den verstauchen Finger erwischt, der dann gleich wehtat. Um jeglichen weiteren Rangeleien aus dem Weg zu gehen, habe ich einen Fluchtweg gesucht und bin den direkten Weg nach außen geschwommen. Hat mich unzählige Extrameter gekostet, dafür hatte ich aber zumindest auf der rechten Seite niemanden mehr neben mir, und auch nach links ließ ich so viel Abstand, dass mich keiner mehr berühren konnte.

Tja… und genau auf der Außenbahn bin ich dann bis zum Ende der ersten Runde auch geblieben. Von der Ideallinie war ich also weit weg und dank der vielen überflüssigen Meter war ich auch schon sehr spät dran: rund 50min dauerte es nämlich, bis ich wieder mal kurz Boden unter den Füßen spürte.

2.Runde

Der Landgang beim Schwimmen

Auch auf der zweiten Runde habe ich es wie in der ersten Runde gehalten: der Finger hat sich zwar inzwischen beruhigt habe, dennoch bin ich weiterhin schön am Rand geschwommen, dieses Mal am linken Rand, da es ausschließlich rechts um die Bojen herum ging. Auch hier wieder etliche zusätzliche Meter und einige Zurufe von den Begleitbooten, deren Besatzung wohl meinte, ich hätte mich etwas verirrt. Dem war zwar nicht so, aber trotzdem nett von denen.

Zwischendurch hatte ich dann noch einen Krampf im rechten Fuß, der ein, zwei Minuten anhielt, aber da ich meine Beine ohnehin nicht gebrauche beim Schwimmen, hat das nicht sonderlich gestört.

Jedenfalls kam ich relativ entspannt nach 1:28h aus dem Wasser. Laut meiner GPS-Uhr, die seit dem neuesten Firmware-Update auch im Wasser einigermaßen funktioniert, bin ich 4,3km geschwommen. Das halte ich für ein bisschen zu viel, aber so 200m bis 300m mehr als nötig dürften es schon gewesen sein. Also etliche Minuten habe ich alleine dadurch verschenkt. Und im Gegensatz zum Wettkampf vor zwei Jahren war ich dieses Mal auch bei weitem nicht am Anschlag, sondern eher im lockeren Wohlfühltempo unterwegs gewesen.

Ein Wettkampf in dem man auf Bestzeitjagd ist, geht man wohl anders an.

Ein paar weitere Erkenntnisse

Ein paar Sachen kann man aber dennoch lernen:

  • Schwimmen ohne Neoprenanzug ist doch etwas ganz anderes
  • Es ist möglich, jeglichen Kämpfen aus dem Weg zu gehen, allerdings muss man dafür ein paar hundert Meter mehr schwimmen und nimmt somit eine schlechte Zeit in Kauf.
  • Das nächste Mal wieder nach vorne stellen; lieber selbst ein Hindernis sein, als unzählige Hindernisse vor sich zu haben.
  • Es muss ja nicht übertrieben Vollgas sein, aber im lockeren Tempo muss man auch nicht gerade im Wettkampf schwimmen.

Die anderen Berichte werden folgen… 😉

12:49h – Warum?

Bevor ich hier an dieser Stelle den Wettkampf in den nächsten Tagen mit hübschen Bildchen bis ins kleinste Detail schildere, möchte ich noch kurz den Grund, der meiner Meinung nach zu der -für mich enttäuschenden- Endzeit führte, kurz erläutern, denn in meinen letzten Posting hatte ich nur die Zeiten der einzelnen Disziplinen wiedergegeben, was zu Spekulationen führte, die in die völlig falsche Richtung gingen.

Physisch top – mental flop

Im Nachhinein betrachtet war ich körperlich fit, aufgrund des Neoprenverbots und der verlängerten Radstrecke, vielleicht nicht für eine Zeit unter 10:30, aber für eine Sub11 hätte meine körperliche Verfassung auf jeden Fall gereicht. Es lag also nicht am Training, nicht am Tapering und auch nicht, wie spekuliert wurde, am Wetter. Die äußeren Bedingungen waren auf dem Rad für mein Empfinden optimal und auch auf der Laufstrecke war es zwar schwül, aber bei weitem nicht so schlimm, wie vorher angekündigt. Das Material war perfekt und auch sonst gab es eigentlich keinen Grund, die Sub11 nicht zu schaffen.

… und dennoch bin ich fast zwei Stunden später ins Ziel gekommen.

Dafür gibt es eigentlich nur einen Grund: das was körperlich gepasst hat, hat mental gefehlt.

Warum ich das Ding so vergeigt habe und den Großteil des Marathon nicht gelaufen, sondern spaziert bin, das lag schlicht und einfach an meinem Kopf, der Wille, es wirklich konsequent durchzuziehen und der Glaube daran, dass ich es ja wirklich schaffen kann, beides hat dieses Mal gefehlt.

Stattdessen hat die Angst gesiegt. Das fing beim Schwimmen an, wo ich mich nicht, wie das letzte Mal, nach vorne gestellt habe, sondern schön nach hinten, aus Angst, einen Tritt abzubekommen und als es dann mal etwas enger wurde, habe ich sogleich die Flucht ganz nach außen gesucht und bin viele Meter zusätzlich geschwommen, nur damit ich ja keinen anderen Athleten berühre bzw. kein anderer mich. Das setzte sich fort, als mein Magen die Riegel und Gels nicht gefielen und ich aus Angst mich übergeben zu müssen, einfach die Verpflegung komplett eingestellt habe, statt das Zeug in mich reinzuwürgen und zu schauen, was passiert. Das „Nicht-Nachtanken“ musste sich ja irgendwann rächen… und dann, ja dann, dann bin ich spaziert… und bei einem 27km langen Spaziergang mit einigen Schwätzpausen kann keine gute Zeit mehr heraus kommen… und eine große sportliche Leistung ist das auch nicht mehr…

Aus der anfänglichen Freude, es wenigstens zu Ende gebracht zu haben, wurde Enttäuschung über die schlechte Zeit und nun habe ich einfach nur einen Hals auf mich, weil ich eben an entscheidenden Stellen nicht alles versucht habe…

Eines steht fest: das kann ich besser und beim nächsten Mal mache ich das auch besser… 😉