Frühjahrslauf in Giessen

Heute war mein erster Wettkampf in diesem Jahr und ich habe auch gleich mein erstes Saisonziel für 2011 erreicht, einen Halbmarathon in einer Zeit unter 1:40h zu laufen. Letztes Jahr war ja mein Versuch auf den letzten Kilometern schiefgegangen und auch dieses Mal sah es zwischendurch eine Weile so aus, als würde ich es wieder nicht packen; doch alles der Reihe nach.

Das Duell – Mann gegen Mann

Daniel verfolgt Axel

Neben meinem Sub-1:40-Ziel hatte ich noch ein weiteres: ich wollte meinen Arbeitskollegen Axel schlagen. Mit ihm habe ich mich in den letzten Wochen in der Mittagspause beim Laufen ständig duelliert (in erster Linie verbal) und nach meinen Verbalattacken musste ich nun Taten folgen lassen. Das Problem: er wollte auf 1:35h laufen, was mir eigentlich eine Nummer zu schnell ist, aber ich dachte, wenn er einen schlechten Tag hat und ich einen perfekten, dann wird das schon klappen. Oder wenn ich einfach dicht genug an ihm dranbleiben kann, dann wird es der pure Siegeswille schon richten. 😉

Eine ganz neue Erfahrung für mich, einmal nicht gegen die Uhr zu laufen, sondern gegen einen direkten Konkurrenten. Es sollte aber nicht lange dauern, dann befand ich wieder im Kampf gegen die Uhr… ich wollte gleichmäßig laufen und war damit die ersten drei Kilometer vorne, dann kam Axel an mir vorbei und ich versuchte dranzubleiben, was ich aber nur bis KM7 schaffte. Ein 4:30er Schnitt war zu diesem Zeitpunkt eindeutig zu schnell und ich machte einen Tick langsamer und hoffte, dass der Abstand nicht zu groß werden würde. Doch er wuchs kontinuierlich an.

Das Duell – Mann gegen Uhr

Daniel hat ein Tief

Nach ziemlich genau 46 Minuten waren die ersten 10km rum, meine Kräfte schwanden schon etwas, trotzdem konnte ich das Tempo noch bis KM15 noch einigermaßen hoch halten. Ich rechnete mir zu diesem Zeitpunkt aus, dass ich ja eigentlich nur noch einen 5min-Schnitt laufen müsste, um das Sub1:40-Ziel noch zu erreichen und dachte mir, dass das schon irgendwie klappen würde, doch dann kamen die härtesten zwei Kilometer zwischen KM16 und KM18. Da ging einfach gar nix mehr, ich konnte beim besten Willen den Schnitt nicht mehr unter 5min halten und war mir unsicher, ob ich überhaupt noch ins Ziel kommen würde. Mir ging’s echt dreckig und an mir flogen die Leute nur so vorbei. Ich weiß nicht warum, aber von jetzt auf gleich fühlte ich mich nach KM18 wieder einigermaßen und konnte auch wieder das alte Tempo laufen. Keine Ahnung warum, aber der Motor lief wieder…

Um das mal zu veranschaulichen, eine kleine Grafik von meinem Lauf, die die durchschnittliche Pace beim jeweiligen Kilometer anzeigt. Man sieht deutlich, dass da ein richtiges Tief drin ist und nachdem das überwunden war, ging’s ganz normal weiter, als wäre nix gewesen. Einfach eine krasse und neue Erfahrung für mich.

Tiefes Loch bei KM17 und KM18

Und diese wundersame Erholung hat dann dafür gesorgt, dass ich mit 1:39:32h dann doch noch unter meinem Sub-1:40-Ziel geblieben bin. Tja, und wenn dieser extreme Durchhänger nicht gewesen wäre, dann hätte es auf der ewig langen Zielgeraden vielleicht doch nochmal zu einem Showdown zwischen Axel und mir kommen können, denn auch Axel hatte in der zweiten Rennhälfte starke Probleme und kam nach 1:36:57h ins Ziel. Wer weiß, ob es mich nicht noch beflügelt hätte, wenn ich ihn 150m vor mir direkt vor Augen gehabt hätte.

Aber hey, Axel ist momentan einfach noch einen Tick besser, das muss ich akzeptieren. Ich bin trotzdem mehr als zufrieden: Ziel erreicht und -ganz witzig- damit auch noch den dritten Platz in der AK30 belegt und auch alle Frauen hinter mir gelassen.

Das bedeutete meine allererste Siegerehrung bei einem Laufwettkampf, zusammen mit Henrik, der mit seinen 1:25:48h insgesamt 7ter und Altersklassensieger wurde. 😀

Henrik und Daniel bei der Siegerehrung

Danke übrigens an meine Frau Katharina, die die ganzen schönen Fotos vom Halbmarathon beim Frühjahrslauf in Giessen gemacht hat.

IMG10 – Laufen – 5:43h

Im Bericht über meinen Radsplit habe ich ja bereits geschrieben, dass ich mich nicht richtig auf dem Rad verpflegt habe, insgesamt nur ein bisschen mehr als ein Drittel von dem, was ich eigentlich hätte zu mir nehmen sollen. Klar, dass ich dann schon leer in Frankfurt ankam und eigentlich hatte ich auch wirklich keine Lust mehr auf den Marathon. Mir war nämlich klar, dass ich diesen nicht wirklich würde durchlaufen können.

Kilometer 1 bis 17 – ca. 1:53h

Der einzige Grund, warum ich überhaupt auf die Laufstrecke bin, war, dass meine „Fans“ noch nicht in Frankfurt waren. Die hatten nämlich allesamt in Friedberg auf der zweiten Radrunde auf mich gewartet und da ich nicht genau wusste, wo sie wann sein werden, bin ich los und wollte zumindest so weit laufen, bis ich sie an der Strecke treffe. Die ersten Meter bin natürlich viel zu schnell los gelaufen, aber ich wurde schnell eingebremst, denn das erste Dixi-Häuschen war mir. Als ich nach ein paar Minuten aus dem gefühlt 50 Grad heißen Örtchen herauskam, hatte ich dann mein erstes und einziges Highlight: ich war wenigstens so früh auf der Laufstrecke, dass ich die Profis noch sehen konnte; zwar nicht den späteren Sieger Andreas Raelert, der war nämlich schon durch, aber zumindest Timo Bracht und Chris „Macca“ McCormack durfte ich noch auf ihrer letzten Laufrunde bewundern. Und kurz darauf überholten mich dann auch die führenden der Frauen, die auf ihrer vorletzten Runde waren. So viel zum positiven…

Wo ist meine Frau?

Der Rest war eher negativ: ich merkte, wie wenig Energie ich noch hatte, konnte mich aber trotzdem nicht überwinden, irgendetwas in mich reinzustopfen. Aber noch trieb mich der Gedanke „du kannst doch nicht ohne ein einziges Bändchen am Arm schon spazieren gehen“ zum Laufen an. Wobei das auch schon nicht mehr wirklich Laufen war, ein 6:30er Schnitt auf der ersten Runde und der Puls für den niedrigen Schnitt schon viel zu hoch. Da merkte man auch schon an den Werten, dass das nicht mehr ganz so in Ordnung war. Nach der ersten Runde traf ich dann meinen Bruder und ein paar Freunde, allerdings fehlte Katharina. Ja, ich war regelrecht entsetzt, hatte ich mich doch so gefreut, meine Frau zu sehen und dann war sie auch nicht da… „Die ist drüben“ rief mir mein Bruder zu und ich sagte nur: „Scheiße, nochmal 6km bis ich sie sehe…“.

Kilometer 17 bis 42,2 – ca. 3:50h

Anfeuerung auf der Laufrunde

Ja, und so bin ich nochmal weiter gelaufen, bis ich mir dann auf der Sachsenhausener Mainufer-Seite ein Bussi und einen Drücker abholen konnte… danach ging allerdings nicht mehr viel, bei Kilometer 17 war es dann so weit, ich bin zum ersten Mal gegangen… und bin auch nicht mehr losgelaufen…

Mit anderen Worten: ich bin über 25km am Mainufer spaziert, auch an den Stellen, wo viele Leute standen und die mich allesamt namentlich anriefen und meinten: „komm, Daniel, das geht schon, du siehst noch gut aus, lauf wieder an.“ – schon unglaublich, was einem da alles durch den Kopf geht… ach ja, und Spaß macht das nicht wirklich… und langweilig ist es auch… und mit großem Sport hat das dann auch nichts mehr zu tun… meiner Meinung nach zumindest…

Im Ziel nach 12:49h

IRONMAN Finish

Aber immerhin: ich konnte mich dazu überwinden, es zu Ende zu bringen, auch wenn schon relativ früh klar war, dass ich das Ziel, weswegen ich eigentlich angetreten bin, nicht wirklich erreichen kann.

(Trainings-)planung ist alles…

Heute in 14 Wochen ist es soweit, das heißt, so langsam beginnt die heiße Trainingsphase und das wöchentliche Trainingspensum nimmt stetig zu. Für die restlichen Wochen bis zum Ironman habe ich mir vorgenommen, im Schnitt ca. 15 Stunden/Woche zu trainieren.

Wahrscheinlich werde ich das nicht ganz einhalten können, so wie auch in dieser Woche. Geplant waren ursprünglich etwas mehr als 16 Stunden, letztlich wurden es aber nur 14 1/2. Hier mal 15min beim Schwimmtraining gestrichen, da bei den letzten 20min auf dem Rad keine Kraft mehr gehabt und beim Laufen ein kurzes Ründchen wegfallen lassen und den langen Lauf auch gleich mal auf 1:30h zusammengekürzt. Schnell fehlen am Ende dann ein paar Kilometer.

Insgesamt habe ich zwar etwas mehr als eine Ironman-Distanz (4,7km Swim, 197,5km Bike, 44,2km Run) innerhalb von sieben Tagen zurückgelegt, aber ganz zufrieden bin ich damit trotzdem nicht.

Theorie und Praxis

Ganz besonders mit dem heutigen Lauf nicht… Ich hatte ja vor einiger Zeit schon einmal geschrieben: „Planung ist alles“ und eigentlich wollte ich Hau-Ruck-Trainingsaktionen nicht mehr machen, doch heute war wieder mal so eine Aktion. Eigentlich war um ca. 13:30 Uhr alles perfekt: ich hatte Lust meinen langen Lauf zu machen, die Wetterkarten und Radarbilder, zeigten an, dass es noch eine ganze Weile trocken bleiben würde, ehe der nächste Regen kommen würde und meine Strecke hatte ich auch so gewählt, dass mich der Wind nicht stören würde. Alles perfekt, es konnte also losgehen. Bis mir eingefallen ist, dass ich gestern alle meine Laufklamotten in die Waschmaschine gesteckt habe, sie aber nicht in den Trockner umgepackt hatte.

Ganz toll, ich also die Wäsche in den Trockner gepackt, und mein Lauf gezwungenermaßen gleich zwei Stunden nach hinten gelegt. Als dann der Trockner endlich fertig war, habe ich dann schnell meine Sachen angezogen und bin los. Es war bewölkt, nicht sonderlich kalt, aber halt so, dass ich bei zwei Stunden Laufen nicht unbedingt was zu trinken brauche. Ich bin also los, Jacke an, Mütze über den Kopf, weil ich es nicht haben kann, wenn der Wind da reinpfeift und los ging’s…

Als erstes ging mein Blick auf die Pulsuhr, die ich nach dem Totalausfall von gestern, wieder hergestellt hatte, zumindest meinte ich das. Denn scheinbar war auf die Anzeige verstellt. Ich hatte drei Screens zur Auswahl: Welcome 1, Welcome 2 und Welcome 3 (statt Herzfrequenz, Geschwindigkeit, Höhe, etc.). Alle drei zeigten aber nix an. Das heißt, meine Uhr verriet mir weder meine Herzfrequenz, noch die Zeit, die ich bereits unterwegs war, noch die Geschwindigkeit, einfach gar nichts. Tolle Uhr!

Nachdem sich die Aufregung darüber etwas gelegt hatte, sah ich dann schon das nächste Unheil auf mich zukommen. Eine große Regenwolke, genau die, die auf dem Radar ein paar Stunden zuvor noch weit weg war und sie zog genau in die Richtung der Laufstrecke, die ich mir ausgesucht hatte. Die Fallstreifen verrieten, dass da wohl auch einiges herunter kommt, also bin ich umgedreht und hab den Weg so gewählt, dass ich nicht in sie rein laufe, sondern an ihr vorbei. Das war eine gute Idee, denn ich wurde so nur ein bisschen nass. Der Nachteil war aber, hinter der Wolke kam dann strahlender Sonnenschein. Ich also mit langer Hose, Jacke und Mütze unterwegs und schön die schon relativ warme März-Sonne auf dem Rücken, dazu noch auf einer Strecke, die im Gegensatz zur geplanten, nicht nur flach ist, sondern auch mal schön bergauf geht. Lange Rede kurzer Sinn: ich war viel zu warm angezogen und habe geschwitzt ohne Ende.

… und nach 1:30h ging es dann eben nicht mehr, da musste ich heim und einfach was trinken…

Eigentlich habe ich gestern nur vergessen, die Wäsche umzuladen, aber der eine Fehler hat dann heute zu einer wahren Kettenreaktion geführt. Bin viel zu spät los, hatte mittlerweile Hunger, konnte nicht meine geplante Route laufen, hatte dadurch mehr Höhenmeter, mehr Wind und die unschönere Strecke. Und über diese Sachen habe ich mich dann auch noch die kompletten eineinhalb Stunden aufgeregt… ein schöner entspannter Lauf, wie er eigentlich geplant war, war es jedenfalls nicht.

Ich will…

… endlich mal wieder eine längere Strecke auf Asphalt laufen können:

Verschneite Laufwege

Ohne dabei ständig darauf achten zu müssen, nicht auszurutschen oder umzuknicken:

Vereiste Laufwege im Winter 2010

Und vor allem will ich mal längere Zeit laufen können, ohne dass meine Füße ständig in Eiswasser baden:

Große Pfützen mit Eis

Außerdem wäre es toll, wenn die Tage aufhören würden, an denen man die Sonne noch nicht einmal erahnen kann…

Ich will den Frühling…. JETZT!

Neue Erfahrung…

Ich weiß nicht, wann es das letzte Mal im Winter in ganz Deutschland flächendeckend so viel Schnee über einen längeren Zeitraum gegeben hat; ich kann mich jedenfalls nicht mehr daran erinnern. Wenn es denn hier bei mir einmal schneit, dann ist das meist über Nacht und am Tag taut der Schnee auch wieder sofort weg oder aber, es ist eine ganze Weile richtig kalt und dann fängt es an zu regnen, so dass die Straßen mit einer Eisschicht überzogen werden, aber richtigen Schnee über mehrere Tage gibt es selten…

… und während meiner Läuferkarriere gab es das noch nie!

Deshalb war es heute für mich eine Premiere: mein erster langer Lauf im Schnee. Insgesamt 2:30h Stunden standen auf dem Plan und da ich keine Lust hatte mit einem Trinkgürtel durch die Gegend zu laufen, habe ich mir die Strecken so eingeteilt, dass ich bei der Hälfte wieder bei mir zuhause vorbeikommen konnte, kurz rein was trinken und dann wieder weiterzumachen.

Tolle Winterlandschaft

Die erste Hälfte war einfach sensationell: gutes Wetter, immer wieder kam kurz die Sonne heraus und die Landschaft sah einfach toll aus. So hatte ich meine üblichen Laufwege noch nie gesehen! Einige Abschnitte waren noch völlig unberührt, keine Spuren von Autos oder Wanderern, nur Spuren von Tieren, von denen ich dann auch einige zu Gesicht bekam: ein Hase hoppelte herum und eine Hand voll Rehe standen auf meinem Weg, ergriffen dann aber sehr schnell die Flucht, als ich näher kam; schade, dass ich kein Foto dabei hatte, aber das war echt einer der schönsten Läufe, die ich bisher gemacht habe. Die ganzen Eindrücke waren einfach so einzigartig, dass ich gar nicht merkte, dass das Laufen durch den tiefen Schnee auf Dauer doch recht anstregend war und ich dann erst einmal froh war, nach 70min kurz was trinken zu können und eine Banane zu verschlingen.

Quälerei auf der zweiten Hälfte

So toll der erste Lauf war, so schlimm war dann die zweite Hälfte: das Wetter wurde schlechter, der Wind stärker und das auch noch auf einer Strecke, wo es sowieso immer zieht. Ich hab deshalb auch fast die komplette Zeit richtig gefroren; außerdem musste ich mich nur auf den Weg konzentrieren. Hier hatten einige Autos Spuren in den Schnee gefahren, die aber durch Schneeverwehungen wieder komplett zugedeckt waren. Es ließ sich schwer erkennen, wo der Untergrund fest ist und wo nicht, die Folge: ich bin trotz Konzentration immer wieder leicht weggeknickt, so macht Laufen nicht wirklich Spaß. Zwischendurch hielt ich dann auch an einer windgeschützteren Stelle mal kurz um euch ein kleines Bildchen mitzubringen; den Foto hatte ich wegen den Eindrücken der ersten Hälfte mitgenommen, aber ein wirkliches Motiv hatte ich auf der zweiten Hälfte dann nicht mehr. (Hätte ich ihn doch nur zuhause gelassen).

Mir wurde immer kälter und ich beschloss, die Strecke etwas abzukürzen und eine geplante Schleife wegzulassen. Auf dem Rückweg traute ich dann meinen Augen nicht mehr, da kam mir doch tatsächlich ein Skilangläufer auf meinem Laufweg entgegen, Skilanglauf in der Wetterau, ich konnte das kaum glauben. Ich hätte auch gerne noch ein Beweisfoto mitgebracht, aber dem Akku meiner Kamera war es wohl auch zu kalt, der wollte einfach nicht mehr.

Fazit

Nach insgesamt 2:17h war ich dann endlich wieder daheim und um ein paar Erfahrungen reicher:

  • in einer Winterlandschaft zu laufen, kann richtig schön sein,
  • im Schnee zu laufen ist extremst anstrengend
  • man muss sich stark auf den Weg konzentrieren,
  • unberührte Wege sind toll zu laufen (sofern der Schnee nur 20cm hoch liegt),
  • nur halb geräumte Wege hingegen überhaupt nicht,
  • und Wind ist -wie immer- sch….,
  • genauso wie vereiste Wege…

Was mir -gerade in den Momenten- wo es weniger Spaß gemacht hat, immer wieder durch den Kopf geschossen ist, war der Gedanke: wie man bei solchen Bedingungen freiwillig einen ganzen Tag lang durch die Gegend laufen kann?

Hintergrund: mein Arbeitskollege wird am nächsten Samstag bei der Brocken Challenge teilnehmen und dort von Göttingen aus auf den Brocken laufen. Knapp 81km und über 2.200 Höhenmeter; die Wege dort dürften wohl noch zugeschneiter sein, als die hier bei mir. Einfach nur VERRÜCKT!

Was ist mit euch? Welche Erfahrungen habt ihr in den letzten Tagen gemacht?

Neue Laufwege…?!

Nachdem ich ja die letzten Wochen mehr oder weniger gar nicht laufen war, soll es nun wieder los gehen. Am Donnerstag war ich in der Mittagspause kurz joggen, freitags dann Schwimmen und abends Fußball und am Samstag dann nochmal ein Stündchen laufen, eigentlich auf der Strecke, wo vor knapp zwei Jahren alles angefangen hat.

Doch die Strecke kam mir irgendwie neu vor, denn das Bild hat sich doch ziemlich stark geändert. Grund dafür ist ein Unwetter, dass vor sieben Monaten über das Ort und die umliegenden Felder gezogen ist und ziemlich viele Bäume umgerissen hat. Jetzt, wo ein kleiner Teil der umgestürzten und angeschlagenen Bäume gefällt worden sind (die Aufräumarbeiten laufen immer noch!), wirkt es doch an manchen Stellen ziemlich kahl. Da wo früher noch ein Waldstück war, steht jetzt nichts mehr bzw. nur noch einzelne Bäume.

Um das mal zu demonstrieren habe ich hier mal zwei Bilder von exakt der gleichen Stelle genommen, die eine von vor über einem Jahr, die andere direkt einen Tag nach dem Unwetter:

Sturmschäden in Wölfersheim (vorher, nachher)

Man kann sich vorstellen, wie das nun aussieht, wo auch noch die umgestürzten Bäume fehlen, die hier teilweise noch von anderen stehenden gehalten werden.

Irgendwie komme ich mir vor, als würde ich mich auf komplett anderen Laufwegen befinden…

Katastrophenlauf

Bevor ich zum eigentlichen Thema komme: mein Bauchumfang ist schon wieder etwas geschrumpft und auch die Waage ist wieder etwas lieber zu mir, sind zwar bisher nur kleine Unterschiede und kaum der Rede wert, aber es geht wieder in die richtige Richtung.

Das ist aber auch so ziemlich das einzig erfreuliche, denn sportlich geht bei mir, wie schon das letzte Mal geschrieben, gar nichts.

Heute war ich wieder einmal in der Mittagspause laufen. Kollege Applejack wollte ein paar Intervalle abspulen und ich hab kurzerhand gesagt, ich bin beim lockeren Einlaufen hinauf bis zum Sportplatz dabei und wenn der Junge seine Runden dreht, dann laufe ich in der Zeit wieder locker zurück. Sollten also so ca. 40min werden.

Gesagt getan, ich bin mitgelaufen bis zur Laufbahn und wieder zurück. Insgesamt waren es 6,6km für die ich 43:25min gebraucht habe, also ein bisschen langsamer als 6:30min pro Kilometer. Das wäre ja alles nicht so tragisch, hätte ich bei diesem Lauf nicht einen durchschnittlichen Puls von rund 75% meiner maximalen HF gehabt, bei diesen Umdrehungen bin ich normalerweise doch etwas schneller unterwegs. Auch der Polar-Laufindex, der sich eigentlich immer recht gut mit meinem Gefühl beim Laufen deckt und normalerweise einen Wert im Bereich von 56 bis 64 anzeigt (bei langsameren Einheiten höher, bei schnelleren niedriger) bestätigte mein negatives Gefühl; er zeigte heute nur 50 an, also viel weniger als bisher bei meinem schlechtesten Lauf.

Auch heute wieder: ich hab mich danach beschissen gefühlt und das, obwohl ich gerade einmal 6,6km in einem langsamen 6:34er Schnitt unterwegs war. So unfit kann ich doch nicht von jetzt auf gleich sein…

Ich bleibe dabei, irgendwas stimmt da nicht… ich glaube, ich geh jetzt mal zum Doc.

3:47h beim Frankfurt Marathon

Das war er also, mein allererster Marathon, ohne vorher ein wenig herumgeradelt zu sein… und er tat richtig weh.

Angetreten bin ich mit einem Ziel von unter 3:40h. Von meinen Zeiten her hätte das eigentlich machbar sein sollen, gut, von der mäßigen Vorbereitung eher nicht, trotzdem wollte ich es unbedingt versuchen.

Die ersten Kilometer liefen auch richtig gut, auch wenn es teilweise sehr eng war, ich fand recht schnell meinen Rhythmus und spulte Kilometer für Kilometer ab. Allerdings zwickte es schon ab KM12 in meinen Oberschenkeln. Ich dachte mir noch, ‚das kann doch nicht sein, dass ich jetzt schon einen Krampf bekomme‘, und versuchte, mit Salzwasser, was ich mir extra mitgenommen hatte, dem ganzen entgegen zu wirken, was auch klappte, zumindest verspürte ich kein Zwicken mehr.

Bis Kilometer 32 funktionierte das optimal, ich lief ziemlich konstant einen Schnitt von 5:10min/km und war drauf und dran, mein Ziel zu erreichen, doch dann ging es rapide bergab. Von jetzt auf gleich ging gar nichts mehr, der Puls rauf, die Geschwindigkeit runter. Eine Pinkelpause und kurze Gehpausen an den letzten beiden Verpflegungsstellen taten ihr übriges und zu allem Überfluss kamen dann doch noch zwei Krämpfe hinzu, einer bei KM41 und einer direkt vor dem Eingang in die Festhalle, so dass ich auf den letzten 10km über 10 Minuten hab liegen lassen.

Und so war ich am Ende froh, mit 3:47:41h wenigstens noch unter der 3:50h-Marke geblieben zu sein.

Generalprobe für Frankfurt Marathon

In meinem letzten Posting habe ich mich ja darüber ausgelassen, dass mir die Zeit für die richtig langen Läufe am Wochenende fehlt, auch das hat sich nicht geändert, dafür bin ich aber in der letzten Woche richtig viel gelaufen und habe heute sogar meinen ersten und auch zugleich letzten „ü30er“ gemacht.

80km laufen im Center Parc Bispingen

Mit meiner Frau zusammen ging es nämlich am letzten Freitag spontan für ein paar Tage in den Center Parc nach Bispingen und dort habe ich jeden Urlaubstag das gute Wetter genutzt und bin auf einem knapp 3,2km langen Rundkurs immer zwischen vier und sieben Runden gelaufen. Hat richtig Spaß gemacht einmal auf einer belebten Strecke zu laufen, ansonsten bin ich hier zuhause ja meistens ganz alleine unterwegs und nur ab und zu trifft man mal jemand der seinen Hund Gassi führt. Im Sommer verirrt sich dann auch mal der ein oder andere Radfahrer auf die Strecke. Wie geschrieben, ich fand das mal eine nette Abwechslung und nach fünf Läufen kam ich dann auf stolze 80km.

Übrigens: das Brennr.de-Shirt ist der absolute Hingucker. Ich hatte nämlich mit schlechterem Wetter gerechnet und die dicken Laufklamotten eingepackt und nur ein Kurzarm-Shirt mit (eben das vom Brennr-Blog) und bin dann bis auf eine Ausnahme mit diesem unterwegs gewesen. Was mich natürlich interessieren würde, ob sich das auch in Zugriffszahlen des Blogs von Christian niederschlagen konnte.

Am Donnerstag, also einen Tag früher ging es dann schon wieder in die Heimat, denn die Hochzeit meines Bruders stand an. Da war ich natürlich weder am Heimreisetag, noch am Hochzeitstag selbst unterwegs und auch der Samstag musste zur Regeneration genutzt werden. 😉

Erster und letzter Lauf über 30km

Da wollte ich aber wenigstens heute einen anständigen und langen Lauf hinlegen. Und das ist mir auch gelungen… bei optimalen Bedingungen (neblig, 8 Grad, wenig Wind), zumindest so liebe ich sie, ging es raus zum Laufen. Am Ende standen dann 34,1km auf meiner Pulsuhr, die ich in einer Zeit von 3:03h zurückgelegt habe.

Insgesamt wollte ich eigentlich etwas langsamer Laufen, aber irgendwie konnte ich mich dann doch nicht so richtig bremsen. Die ersten 10km waren nach 56:34min geschafft (5:39min/km), die zweiten 10km dann in 53:35min (5:22min/km) und die dritten 10km in 51:17min (5:08min/km). Der Rest dann mit 5:16min/km wieder etwas langsamer, aber da ging es ja auch fast ausschließlich nach oben…

Jetzt hab ich noch zwei Wochen Zeit, mir zu überlegen, welches Ziel ich in Frankfurt anpeilen soll… unter 3:45h hatte ich ja bei der Anmeldung vor über einem halben Jahr angegeben.

Die langen Läufe fehlen

Irgendwie läuft die Vorbereitung auf den Frankfurt Marathon nicht wirklich so, wie ich mir das vorgestellt habe. Der Grund dafür ist einfach, denn an fast jedem Wochenende -ich hab es ja schon mal geschrieben- steht irgendein Highlight an, wo man wieder wenig Schlaf, dafür aber umso mehr Essen und (alkoholische) Getränke bekommt. Da dürfte es auch klar sein, dass sonntags nicht allzu viel geht, schon gar nicht ein langer Lauf. Bisher bin ich nicht über die knapp 28km hinaus gekommen.

Auch an diesem Wochenende stehen wieder gleich zwei Termine an: der Bruder hat Geburtstag und am nächsten Tag geht es mit ihm auf seinen Junggesellenabschied. Da ist ja wohl klar, dass dann am Sonntag kein langer Lauf möglich sein wird.

Unter der Woche kann ich mir momentan nicht die Zeit nehmen, einen langen zu machen, weshalb ich gestern und heute -zumindest um mein Gewissen zu beruhigen- zusammengerechnet 40km gelaufen bin, die erste Hälfte gestern abend, die zweite Hälfte heute mittag. Macht also 40km innerhalb von 24 Stunden, wenigstens etwas…

Was mir beim Eintragen des heutigen Laufs in meine Excel-Liste aufgefallen ist: ich bin seit dem Beginn im März 2007 exakt 2.500km gelaufen. Davon alleine 1.460km in diesem Jahr. Wenn ich mein bisheriges Wochenpensum beibehalte, dann werden es am Jahresende ziemlich genau 2.000 Laufkilometer sein.