Neue Laufwege…?!

Nachdem ich ja die letzten Wochen mehr oder weniger gar nicht laufen war, soll es nun wieder los gehen. Am Donnerstag war ich in der Mittagspause kurz joggen, freitags dann Schwimmen und abends Fußball und am Samstag dann nochmal ein Stündchen laufen, eigentlich auf der Strecke, wo vor knapp zwei Jahren alles angefangen hat.

Doch die Strecke kam mir irgendwie neu vor, denn das Bild hat sich doch ziemlich stark geändert. Grund dafür ist ein Unwetter, dass vor sieben Monaten über das Ort und die umliegenden Felder gezogen ist und ziemlich viele Bäume umgerissen hat. Jetzt, wo ein kleiner Teil der umgestürzten und angeschlagenen Bäume gefällt worden sind (die Aufräumarbeiten laufen immer noch!), wirkt es doch an manchen Stellen ziemlich kahl. Da wo früher noch ein Waldstück war, steht jetzt nichts mehr bzw. nur noch einzelne Bäume.

Um das mal zu demonstrieren habe ich hier mal zwei Bilder von exakt der gleichen Stelle genommen, die eine von vor über einem Jahr, die andere direkt einen Tag nach dem Unwetter:

Sturmschäden in Wölfersheim (vorher, nachher)

Man kann sich vorstellen, wie das nun aussieht, wo auch noch die umgestürzten Bäume fehlen, die hier teilweise noch von anderen stehenden gehalten werden.

Irgendwie komme ich mir vor, als würde ich mich auf komplett anderen Laufwegen befinden…

Katastrophenlauf

Bevor ich zum eigentlichen Thema komme: mein Bauchumfang ist schon wieder etwas geschrumpft und auch die Waage ist wieder etwas lieber zu mir, sind zwar bisher nur kleine Unterschiede und kaum der Rede wert, aber es geht wieder in die richtige Richtung.

Das ist aber auch so ziemlich das einzig erfreuliche, denn sportlich geht bei mir, wie schon das letzte Mal geschrieben, gar nichts.

Heute war ich wieder einmal in der Mittagspause laufen. Kollege Applejack wollte ein paar Intervalle abspulen und ich hab kurzerhand gesagt, ich bin beim lockeren Einlaufen hinauf bis zum Sportplatz dabei und wenn der Junge seine Runden dreht, dann laufe ich in der Zeit wieder locker zurück. Sollten also so ca. 40min werden.

Gesagt getan, ich bin mitgelaufen bis zur Laufbahn und wieder zurück. Insgesamt waren es 6,6km für die ich 43:25min gebraucht habe, also ein bisschen langsamer als 6:30min pro Kilometer. Das wäre ja alles nicht so tragisch, hätte ich bei diesem Lauf nicht einen durchschnittlichen Puls von rund 75% meiner maximalen HF gehabt, bei diesen Umdrehungen bin ich normalerweise doch etwas schneller unterwegs. Auch der Polar-Laufindex, der sich eigentlich immer recht gut mit meinem Gefühl beim Laufen deckt und normalerweise einen Wert im Bereich von 56 bis 64 anzeigt (bei langsameren Einheiten höher, bei schnelleren niedriger) bestätigte mein negatives Gefühl; er zeigte heute nur 50 an, also viel weniger als bisher bei meinem schlechtesten Lauf.

Auch heute wieder: ich hab mich danach beschissen gefühlt und das, obwohl ich gerade einmal 6,6km in einem langsamen 6:34er Schnitt unterwegs war. So unfit kann ich doch nicht von jetzt auf gleich sein…

Ich bleibe dabei, irgendwas stimmt da nicht… ich glaube, ich geh jetzt mal zum Doc.

3:47h beim Frankfurt Marathon

Das war er also, mein allererster Marathon, ohne vorher ein wenig herumgeradelt zu sein… und er tat richtig weh.

Angetreten bin ich mit einem Ziel von unter 3:40h. Von meinen Zeiten her hätte das eigentlich machbar sein sollen, gut, von der mäßigen Vorbereitung eher nicht, trotzdem wollte ich es unbedingt versuchen.

Die ersten Kilometer liefen auch richtig gut, auch wenn es teilweise sehr eng war, ich fand recht schnell meinen Rhythmus und spulte Kilometer für Kilometer ab. Allerdings zwickte es schon ab KM12 in meinen Oberschenkeln. Ich dachte mir noch, ‚das kann doch nicht sein, dass ich jetzt schon einen Krampf bekomme‘, und versuchte, mit Salzwasser, was ich mir extra mitgenommen hatte, dem ganzen entgegen zu wirken, was auch klappte, zumindest verspürte ich kein Zwicken mehr.

Bis Kilometer 32 funktionierte das optimal, ich lief ziemlich konstant einen Schnitt von 5:10min/km und war drauf und dran, mein Ziel zu erreichen, doch dann ging es rapide bergab. Von jetzt auf gleich ging gar nichts mehr, der Puls rauf, die Geschwindigkeit runter. Eine Pinkelpause und kurze Gehpausen an den letzten beiden Verpflegungsstellen taten ihr übriges und zu allem Überfluss kamen dann doch noch zwei Krämpfe hinzu, einer bei KM41 und einer direkt vor dem Eingang in die Festhalle, so dass ich auf den letzten 10km über 10 Minuten hab liegen lassen.

Und so war ich am Ende froh, mit 3:47:41h wenigstens noch unter der 3:50h-Marke geblieben zu sein.

Generalprobe für Frankfurt Marathon

In meinem letzten Posting habe ich mich ja darüber ausgelassen, dass mir die Zeit für die richtig langen Läufe am Wochenende fehlt, auch das hat sich nicht geändert, dafür bin ich aber in der letzten Woche richtig viel gelaufen und habe heute sogar meinen ersten und auch zugleich letzten „ü30er“ gemacht.

80km laufen im Center Parc Bispingen

Mit meiner Frau zusammen ging es nämlich am letzten Freitag spontan für ein paar Tage in den Center Parc nach Bispingen und dort habe ich jeden Urlaubstag das gute Wetter genutzt und bin auf einem knapp 3,2km langen Rundkurs immer zwischen vier und sieben Runden gelaufen. Hat richtig Spaß gemacht einmal auf einer belebten Strecke zu laufen, ansonsten bin ich hier zuhause ja meistens ganz alleine unterwegs und nur ab und zu trifft man mal jemand der seinen Hund Gassi führt. Im Sommer verirrt sich dann auch mal der ein oder andere Radfahrer auf die Strecke. Wie geschrieben, ich fand das mal eine nette Abwechslung und nach fünf Läufen kam ich dann auf stolze 80km.

Übrigens: das Brennr.de-Shirt ist der absolute Hingucker. Ich hatte nämlich mit schlechterem Wetter gerechnet und die dicken Laufklamotten eingepackt und nur ein Kurzarm-Shirt mit (eben das vom Brennr-Blog) und bin dann bis auf eine Ausnahme mit diesem unterwegs gewesen. Was mich natürlich interessieren würde, ob sich das auch in Zugriffszahlen des Blogs von Christian niederschlagen konnte.

Am Donnerstag, also einen Tag früher ging es dann schon wieder in die Heimat, denn die Hochzeit meines Bruders stand an. Da war ich natürlich weder am Heimreisetag, noch am Hochzeitstag selbst unterwegs und auch der Samstag musste zur Regeneration genutzt werden. 😉

Erster und letzter Lauf über 30km

Da wollte ich aber wenigstens heute einen anständigen und langen Lauf hinlegen. Und das ist mir auch gelungen… bei optimalen Bedingungen (neblig, 8 Grad, wenig Wind), zumindest so liebe ich sie, ging es raus zum Laufen. Am Ende standen dann 34,1km auf meiner Pulsuhr, die ich in einer Zeit von 3:03h zurückgelegt habe.

Insgesamt wollte ich eigentlich etwas langsamer Laufen, aber irgendwie konnte ich mich dann doch nicht so richtig bremsen. Die ersten 10km waren nach 56:34min geschafft (5:39min/km), die zweiten 10km dann in 53:35min (5:22min/km) und die dritten 10km in 51:17min (5:08min/km). Der Rest dann mit 5:16min/km wieder etwas langsamer, aber da ging es ja auch fast ausschließlich nach oben…

Jetzt hab ich noch zwei Wochen Zeit, mir zu überlegen, welches Ziel ich in Frankfurt anpeilen soll… unter 3:45h hatte ich ja bei der Anmeldung vor über einem halben Jahr angegeben.

Die langen Läufe fehlen

Irgendwie läuft die Vorbereitung auf den Frankfurt Marathon nicht wirklich so, wie ich mir das vorgestellt habe. Der Grund dafür ist einfach, denn an fast jedem Wochenende -ich hab es ja schon mal geschrieben- steht irgendein Highlight an, wo man wieder wenig Schlaf, dafür aber umso mehr Essen und (alkoholische) Getränke bekommt. Da dürfte es auch klar sein, dass sonntags nicht allzu viel geht, schon gar nicht ein langer Lauf. Bisher bin ich nicht über die knapp 28km hinaus gekommen.

Auch an diesem Wochenende stehen wieder gleich zwei Termine an: der Bruder hat Geburtstag und am nächsten Tag geht es mit ihm auf seinen Junggesellenabschied. Da ist ja wohl klar, dass dann am Sonntag kein langer Lauf möglich sein wird.

Unter der Woche kann ich mir momentan nicht die Zeit nehmen, einen langen zu machen, weshalb ich gestern und heute -zumindest um mein Gewissen zu beruhigen- zusammengerechnet 40km gelaufen bin, die erste Hälfte gestern abend, die zweite Hälfte heute mittag. Macht also 40km innerhalb von 24 Stunden, wenigstens etwas…

Was mir beim Eintragen des heutigen Laufs in meine Excel-Liste aufgefallen ist: ich bin seit dem Beginn im März 2007 exakt 2.500km gelaufen. Davon alleine 1.460km in diesem Jahr. Wenn ich mein bisheriges Wochenpensum beibehalte, dann werden es am Jahresende ziemlich genau 2.000 Laufkilometer sein.

Altstadtlauf in Friedberg

Gestern war es soweit, ich habe seit langer Zeit wieder einmal an einem Laufwettkampf teilgenommen und mein Debüt auf der 10km-Distanz gegeben. Dabei war natürlich klar, dass ich meine bisherige Bestzeit aus dem Training natürlich verbessern wollte.

Dabei sah es vorher gar nicht so gut aus. Ich war nicht sonderlich motiviert, fühlte mich nicht wirklich richtig fit… Da das aber bei den anderen Veranstaltungen in diesem Jahr immer ähnlich war, entschloss ich mich dann doch, nach Friedberg zu fahren und mich für den Lauf nachzumelden und es sollte sich lohnen, denn auf dem Rundkurs über die Kaiserstraße, der Burg und Teile der Altstadt, die nach einer kleinen Einführungsschleife viermal zu laufen war, stellte ich eine neue persönliche Bestzeit auf. Mit 45:17min war ich sogar deutlich schneller als die von mir angepeilten 46:30min, was aber auch daran gelegen haben kann, dass die Strecke -gefühlt- etwas zu kurz war. Angeblich hätte man die Einführungsstrecke kurzfristig etwas verkürzen müssen, so dass es nur 9,9km waren. Vom Gefühl würde ich aber sagen, dass es sogar noch ein kleies Stückchen kürzer war und somit bin ich dann genau das gelaufen, was ich mir auch vorgenommen hatte. Die Zeit reichte dann für Platz 107 von 231 in der Gesamtwertung, in der Altersklasse (M30) kam ein 13.Platz von 18 heraus.

Interessant dabei, dass ich vor einem Jahr noch fast 10 Minuten langsamer auf der gleichen Distanz unterwegs war. Ich bin sie zwar nicht im Wettkampf gelaufen, aber von den Trainingszeiten her, war damals maximal 55min drin, allerdings auch mit etwas mehr Fett auf den Rippen. Mal schauen, was da von den Zeiten her noch so drin ist, denn gewichtsmäßig geht bei mir ja noch einiges und seit dem Ironman sind es ja auch wieder 2kg mehr, die ich mit mir rumschleppe…

Hier noch ein Bildchen, was meine Frau von mir gemacht hat, leider etwas unscharf, aber man kann mich mit der Startnummer 898 erkennen:

Daniel beim Altstadtlauf in Friedberg

Laufshirt von Brennr.de

Eigentlich ist der Beitrag schon eine ganze Weile überfällig, aber ich hatte bisher noch keine Zeit gefunden, mich mal mit meinem kleinen Geschenk abzulichten, nämlich meinem neuen Laufshirt von Christian Brenner, der unter Brennr.de ein tolles Laufblog betreibt, das übrigens in der aktuellen Men’s Health als lesenswertes Sportblog vorgestellt wird.

Christian hatte vor einiger Zeit bei einem Gewinnspiel mitgemacht und jede Menge T-Shirts mit seinem eigenen Logo gewonnen. Da er nicht wusste, was er mit so vielen Funktionsshirts machen sollte, hat er sie unter seinen Lesern verschenkt und ich habe eines davon bekommen. Ein Herzliches Dankeschön dafür und hier ist das gewünschte Bild von mir in deinem Shirt:

Daniel Rüd im Brennr.de T-Shirt

Wieder mal ein langer Lauf

Bis zum Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon am 26.Oktober sind es nicht mehr ganz sieben Wochen, das heißt, im Prinzip nur noch 5 Wochenenden, wo ich noch einen langen Lauf hinsetzen kann. Und auch das hört sich nur in der Theorie so leicht an, denn diese sind alle bereits besetzt mit diversen Hochzeiten und Junggesellenabschieden, so dass man meist samstags feiernd unterwegs ist und den Sonntag zur Regeneration benötigt.

Genauso war das auch letztes Wochenende, weshalb ich heute den langen Lauf sozusagen nachgeholt habe. Mit 27,6km war es der weiteste Run, den ich seit dem Ironman im Juli absolviert habe. Knapp zweieinhalb Stunden war ich unterwegs, also in einem Schnitt von 5:23km/h. Die erste Hälfte im GA1-Bereich, die zweite Hälfte im GA2-Bereich. Ich muss sagen, dass das ganze mich doch mehr mitgenommen hat, als gedacht… Ich weiß jetzt nicht, ob es daran lag, dass ich etwas spärlich mit Getränken ausgerüstet war und kein Gel oder sowas mithatte, oder ob ich einfach nur nicht mehr so fit bin, jedenfalls hab ich zum Ende hin gemerkt, dass da langsam der Akku leer gelaufen war. Bei meinem Konsum von Wochenende sollte der eigentlich bis oben hin voll gewesen sein.

Naja, wie auch immer… Vom Gefühl her traue ich mir momentan nicht zu, bei einem Marathon unter dem anvisierten Ziel von 3:45h zu bleiben. Das wäre immerhin noch ein wenig schneller als heute und nochmal knappe 15km länger. Aber es sind ja noch ein paar Wochen bis Frankfurt und da kann sich vielleicht noch ein wenig tun, schau mer mal, was noch so passiert und wie es sich entwickelt…

Gewichtstechnisch geht es ja leider wieder nach oben… 😯

IMG 08 – Laufen – 4:22h

Da ich nach dem Schwimmen und dem Rad fahren keinerlei Probleme hatte und auch keine Schmerzen, mal abgesehen davon, dass mir der Hintern wehgetan hat vom Rad, was aber beim Laufen nicht weiter stört, geb ich zu, dass ich während des Verlassens der Wechselzone etwas herumgerechnet habe. Ich war gerade 7:15h unterwegs und damit exakt in dem Zeitplan, den Kumpel Applejack für sein sub11-Versuch zurechtgelegt hatte. Einen Marathon in 3:44h, kannst du das jetzt noch?! Da mir jegliche Marathon-Erfahrung fehlt, um das entsprechend einschätzen zu können, dachte ich zurück an das, was Trainer Stephan mir noch gesagt hatte: du wirst keinen Marathon unter 4h laufen… also beschloss ich mal mit einem 5:40er Schnitt zu beginnen, um zumindest in dem Bereich der 4-Stunden-Marke zu bleiben; mit dem Sensor am Fuߟ, konnte ich das ja leicht überprüfen.

1.Runde (10,5km) – ca. 1:03h

In der ersten Runde konnte ich den Schnitt wunderbar halten, ich fühlte mich dabei wohl und der Puls war auch im grünen Bereich, sogar etwas niedriger als zuvor auf dem Rad. Die Laufstrecke kannte ich nur vom Plan, gelaufen bin ich sie vorher noch nicht.

Während der kompletten Runde hielt ich Ausschau nach meinen Fans, doch sie waren anscheinend noch nicht angekommen. Die Bedingungen waren optimal, lediglich wenn man über die Brücken lief, merkte man den Wind etwas mehr. Auf dem Weg zur Sachsenhausener Seite musste ich immer meine Kappe festhalten, damit sie mir nicht wegflog.

Erste Runde

Die erste Runde war gefühlt recht schnell vorbei und ich hatte mein erstes Bändchen. Über eine Brücke ging es danach dann wieder zurück zum Mainkai. Kurz nachdem ich die Brücke überquert hatte und wieder am Main unten angelangt war, musste ich zum zweiten Mal ein Dixi aufsuchen und ein längeres Geschäft verrichten. Das ist auch der Grund, warum die Kilometerzeit auf über 6min anstieg.

2.Runde (10,5km) – ca. 1:04h

In der zweiten Runde lief es dann genauso, gleiches Tempo, allerdings an den Verpflegungsstellen kurze Stopps, da ich mir in der ersten Runde das Zeugs immer vorbeigekippt habe. Die schönen Orangen-Drinks landeten dann zum groߟen Teil auf meinem Shirt und nicht in meinem Mund (sah aus, als hätte ich mich vollgek….). Deshalb hab ich dann kurz gestoppt, getrunken und weiter gings… Auch am Ende dieser Runde ging’s wieder auf’s Dixi…

Zweite Runde

3.Runde (10,5) – ca. 1:06h

Die erste Hälfte des Marathons war also vorbei… und ich dachte andauernd „es kann doch nicht sein, dass das so glatt läuft, irgendwo muss da doch noch was kommen“. Ja… und das kam dann… irgendwie hatte ich keine Lust mehr auf das Laufen… obwohl mir eigentlich nichts wirklich weh tat, zumindest nicht, was man als Schmerzen bezeichnen würde, ich hatte einfach keinen Bock mehr. Ich sagte mir,Mensch lauf doch weiter, du hast doch genug Zeit… du kannst dir für die zweite Hälfte über zweieinhalb Stunden Zeit lassen bist immer noch sub12. Das hättest du dir doch nie zu träumen gewagt… also lauf gefälligst weiter.

Das tat ich dann auch, allerdings ca. 20 Sekunden langsamer pro Kilometer und um nicht groߟ nachdenken zu müssen, warum, weshalb und was das denn für einen Sinn hat, sich hier entlang zu quälen, wo man doch keine Lust mehr hat, griff ich mir zwei Schwämme und hielt sie rechts und links in der Hand. Ich konzentrierte mich einfach darauf, dass ich meine Arme mit den Schwämmen vor und zurück bewege, die Beine machten dann automatisch mit. Das funktionierte, ich lief weiter, allerdings verschwand das Lächeln aus dem Gesicht. Es wich einem ernsteren Blick. Das bemerkten natürlich auch meine Freunde, die andauernd von der einen auf die andere Mainseite wechselten um mich zweimal pro Runde anfeuern zu können. Ich hielt deshalb bei ihnen kurz an und sagte nur jedes Mal: Leute, wenn es jetzt etwas länger dauert, macht euch keine Gedanken, es wird gerade etwas härter und ich nehme einen Gang raus… auߟerdem erkundigte ich mich nach Applejack.

Dritte Runde

Der war zu diesem Zeitpunkt nur wenige hundert Meter hinter mir, allerdings auf seiner letzten Runde. Er holte mich mit seinem Bruder Marcus kurze Zeit später ein. Die beiden wollten gemeinsam über die Ziellinie laufen, doch daraus wurde nichts. Während Applejack und ich uns ein bisschen unterhielten, bekam der Bruder einen Krampf, nur ca. vier Kilometer vor der Finish-Line. Applejack hielt an, ich lief weiter… Wenig später holte mich er mich aber wieder ein und sagte, Marcus hätte einen Krampf in beiden Beinen, da ginge momentan gar nichts und das könne noch dauern. Prima, dachte ich mir. Da läuft der seinen ersten Ironman, ist locker auf 10:30er Kurs und dann sowas kurz vor Schluss… Hoffentlich passiert mir das nicht… Dass Marcus in 10:33h nur 7 Minuten nach Applejack ins Ziel kam, wusste ich ja zu diesem Zeitpunkt nicht…

4.Runde (10,7km) – ca. 1:09h

Und genau das spukte in meinem Kopf die komplette letzte Runde herum. Jedes kleine Zwicken wurde als Anzeichen für einen Krampf gewertet, deshalb auch vorsichtig gemacht.

An Verpflegungsstationen wurde nur noch gegangen, von Anfang der Station bis zum Ende, dann wieder gelaufen bis zur nächsten. So ging das dann weiter… je näher ich dem Ziel kam, desto gröߟer wurde die Angst, dass noch was schief geht.

Laufen mit Schwämmen

Deshalb bin ich von Anfang bis zur Mitte der letzte Brücke nur gegangen, sieht man von den Gehpausen an den Stationen ab, war das aber die einzige im ganzen Marathon. Den Rest bin ich gelaufen… in der kompletten zweiten Hälfte immer ziemlich genau 6:00min/km… die Differenz zu den angegeben Split-Zeiten habe ich sozusagen vertrödelt… aber es linderte die Angst, dass noch was schief geht.

Zieleinlauf

Wenn man das vierte Bändchen hat und vom Main zum Zieleinlauf abbiegen darf, geht es nicht direkt zum Römer auf den roten Teppich, sondern erst noch ein Stück Asphalt entlang. Hier dachte ich mir nur, „oh, oh, was wird nun passieren, ich hab Angst!“

Warum hatte ich Angst? Ganz einfach: so viele Finisher haben davon gesprochen, wie überwältigend das sei, dass man das nicht mit Worten erklären könne, und dass viele in Tränen ausbrechen, etc. Das war ein Hauptgrund, warum ich den Ironman überhaupt mitmachen wollte, ich wollte wissen wie es ist.

Ich hab mir beim Training schon oft versucht, vorzustellen, wie es sein wird. In wenigen Metern war es also soweit…

27 Kilogramm hatte ich abgenommen, mehr als ein Jahr lang konzentriert und ununterbrochen trainiert, dabei knapp 500 Stunden meiner Zeit geopfert, in denen ich mich 5.000km auf dem Rad gequält habe, 1.900km durch die Wetterau gelaufen bin und -nachdem ich Kraulen gelernt habe- 150km geschwommen bin, dazu noch einige Stunden im Kraftraum verbracht habe und knapp 150 Tage (mit einer Ausnahme) auf jeglichen Tropfen Alkohol verzichtet habe, das alles für diesen einen Moment… wird es sich lohnen…?!

Ich hatte echt Angst, dass es vielleicht nicht so toll sein würde, wie ich es mir immer vorgestellt hatte und dass alle Opfer, die ich und natürlich auch meine Freunde, meine Familie und allen voran meine Freundin gebracht haben, dass die umsonst gewesen sind.

Finish Line

In diesem Moment erspähte ich den Teppich und bog in die schmale Finish Line ein… der Moment auf den ich hingearbeitet habe, war gekommen… Zugegeben – es war anders, als ich mir es vorgestellt habe- aber es war toll… eigentlich toller als ich es mir vorgestellt habe. Aber was, genau an diesen letzten 170 Metern so toll ist, kann ich wirklich nicht beschreiben… es gibt Dinge, die kann man nicht in Worte fassen und das gehört mit Sicherheit dazu… das muss jeder selbst erleben…

Natürlich musste ich mich gleich bei den Leuten bedanken, die mich unterstützt haben und ohne die ich das gar nicht geschafft hätte.

Danke FreundeDanke Katharina

Härteste Trainingswoche

Nun ist sie vorbei, die 49. und gleichzeitig härteste Trainingswoche meiner Vorbereitung für den Ironman und wie ihr sicherlich gerade beim Lesen merkt, habe ich sie auch überlebt, denn ich kann noch schreiben und -glaube ich- halbwegs denken.

Insgesamt hat Trainer Stephan von der Sportklinik mir stolze 24 1/2 Stunden Training verordnet und es sollte diese Woche auch nochmal (O-Ton) „richtig wehtun„. Schwerpunktmäßig war das Laufen dran, sogar zwei Lange sollte ich innerhalb von sieben Tagen machen (hab auch zweimal nachgefragt, ob das so seine Richtigkeit hat). Und was soll ich sagen, bis auf eine Stunde am gestrigen Samstag habe ich auch alles erledigt, wie es gefordert war. Die einstündige Laufeinheit gestern fiel einem Gewitter zum Opfer… da laufe ich ja nicht gerne. Später als das Gewitter weg war, hatte ich keine Zeit mehr…

Insgesamt steht jetzt folgendes Wochenpensum auf meiner Haben-Seite: 10,6km Schwimmen (so viel, wie noch nie innerhalb von einer Woche), 232,6km Rad fahren sowie 105,0km Laufen (ebenfalls so viel, wie noch nie).

Beim Laufen sollte ich zwei lange Läufe machen, einen dreistündigen am Dienstag (KB, GA1) und einen vierstündigen am heutigen Sonntag (GA1,GA2), wobei diese vier Stunden zusätzlich an zwei Stunden Rad fahren gekoppelt waren. Während am Dienstagmorgen noch knapp 30 Kilometer herauskamen, waren es heute nachmittag bei heißen Temperaturen in knallender Sonne sogar 42,5km, also ein paar hundert Meter mehr als eine ganze Marathon-Distanz, die ich mit 54km Anlauf per Rad (1:58h) genommen habe.

Gelaufen bin ich die Marathon-Strecke auf einem 2,5km langen und relativ flachen Rundkurs. Das ist zwar extremst langweilig, wenn man dort monoton 17 Runden lang herumrennt, aber so kann ich wenigstens mein Auto dort abstellen, wo ich dann im Kofferraum meine komplette Verpflegung drin habe: PowerGel, Sportsdrink, Wasser, Red Bull, Bananen, etc. also alles, was es auch so in Frankfurt an der Strecke gibt. So hab ich auf jeden Fall genug Flüssigkeit dabei, um die Strecke auch bei heißen Temperaturen zu überstehen und habe alle zweieinhalb Kilometer die Möglichkeit daran zu kommen. Hat allerdings den Nachteil, dass ich jedesmal kurz anhalten muss, das Auto aufschließen, Kofferaum aufmachen, Trinken, Gels nehmen, etc. und dann wieder Kofferaum zu und abschließen. In der Zeit habe ich auch die Uhr angehalten und so bin ich dann auf 3:59h für die 42,5km gekommen. Brutto war es natürlich ein paar Minuten über der 4-Stunden-Marke, aber was soll’s… zumindest bin ich jetzt einmal die Marathon-Distanz gelaufen.

Dass niemand dabei war, dass ich keine wirkliche Ziellinie und keine Anfeuerung durch Zuschauer hatte, war zwar sehr schade, aber die letzten hundert Meter habe ich mal so getan, als würden da ein paar Leute stehen und die habe ich dann abgeklatscht… Die Freude, es geschafft zu haben, war nämlich riesengroß…

Jetzt folgt eine Regenerationswoche… 🙂