Ereignisse der letzten Wochen

Ihr werdet sicher gemerkt haben, dass ich in der letzten Zeit hier nicht wirklich viel geschrieben habe und auch über meinen Twitter-Account, wo ich zumindest öfter mal einige Updates verschickt habe, gab es sportlich nicht viel zu berichten. So habe ich in den ersten beiden Monaten gerade einmal 61km gelaufen, ein paar tausend Meter geschwommen und keinen einzigen Kilometer geradelt. Das gesamte Pensum von Januar und Februar habe ich letztes Jahr einige Male innerhalb einer Woche heruntergespult und dabei bin ich sogar zusätzlich meist noch über 200km Rad gefahren.

Leistungsabfall nach Erkältung

Einen Grund für die schwache Trainingsleistung habe ich bereits in einem älteren Beitrag genannt (Zeitmangel, Umstellung durch Jobwechsel, etc.), ein anderer Grund war aber durchaus meine körperliche Verfassung. Seit meiner Erkältung kurz nach dem Marathon in Frankfurt kam ich nicht wirklich mehr in den Tritt. Anfangs dachte ich, die lange und harte Saison würde sich nun bemerkbar machen, weshalb ich mir eine Pause gönnte, später dachte ich dann, die Auszeit wäre zu lange gewesen und ich wäre wieder völlig unfit, doch auch nach ein paar regenerativen Trainingsläufen wurde das nicht besser. Ich hatte zwar richtig Lust auf Laufen, habe mich danach aber immer völlig schlecht gefühlt; vorher war das eher umgekehrt: oftmals keine Lust gehabt, aber hinterher richtig gut gefühlt, wenn man trotzdem gelaufen ist.

Diverse Arztbesuche – Wiesbaden absagen?!

Letztlich bin ich dann bei der nächsten Erkältung im Januar zum Arzt gegangen und habe dort auch über meinen Leistungsabfall berichtet.

Daraufhin wurde ich komplett durchgecheckt: EKG, Blutbild, etc. – alles soweit ok, bis auf die Tatsache, dass ich extrem hohen Blutdruck habe. Deshalb wurde ich an einen Kardiologen überwiesen, wo ich dann nochmal gründlich durchgecheckt wurde: Ruhe-EKG, Echokardiographie, Belastungs-EKG (bin nur bis 275 Watt gekommen. 🙁 ), usw. – auch hier wieder alles ohne irgendwelchen Befund, weshalb vermutet wurde, dass es an meiner Erkältung nach dem Marathon liegen könnte. Einige Viren lähmen einen auch noch Monate nach der Krankheit…

Ich sollte mir ein wenig Zeit geben und so trainieren, wie es halt geht, aber nicht zu intensiv.

Wegen meinem hohen Blutdruck habe ich dann einen 24h-Messgerät bekommen. Dabei kam auch wieder heraus, dass mein Blutdruck viel zu hoch sei. Ich bekam Tabletten und sollte vorerst einmal von den extremen Ausdauersportarten Abstand nehmen und Wiesbaden canceln.

Wieder alles in Ordnung

Das wollte ich natürlich so nicht akzeptieren; ich wurde vor eineinhalb Jahren komplett durchgecheckt, damals war alles in Ordnung, dass der Blutdruck plötzlich so hoch ist, muss ja irgendeine Ursache haben. Also habe ich darüber nachgedacht, was sich bei mir seit dem Saisonende so geändert hat: neu waren zum einen mein übermäßiger Cola-Light-Konsum mit ca. 3 bis 4 Litern pro Tag und zum anderen die schlaflosen Nächte durch die Lärmbelästigung unserer neuen Nachbarn die tags und nachts sich gegenseitig lautstark anbrüllen und anscheinend keine Türklinken kennen.

Letzteres Problem hat sich glücklicherweise von selbst gelöst, sie ziehen aus, und ersteres habe ich komplett abgestellt; die vom Arzt verschriebenen Tabletten habe ich nicht genommen und meinen Blutdruck seitdem regelmäßig kontrolliert. Und siehe da: mittlerweile ist er wieder komplett in Ordnung, kann also nur an dem ganzen Stress und/oder am Cola-Light-Konsum gelegen haben, denn sonst habe ich nichts geändert.

Darüber hinaus fühle ich mich von Woche zu Woche besser, die Pulswerte, die im Januar und Februar in die höhe schnellten, wenn ich nur die Laufschuhe anzog, sind mittlerweile auch wieder normal und in dieser Woche kann ich wenigstens auch wieder sportlich einiges vermelden: ich bin 3,6km geschwommen und 60km gelaufen, fehlt nur noch das Rad fahren, aber das wird sicherlich auch noch kommen.

Ich bin also wieder zurück, fast in alter frische. 🙂

Da bin ich wieder… oder auch nicht

Auch wenn ich jetzt spät dran bin, erst einmal ein frohes neues Jahr euch allen!

Da sich schon einige Kommentatoren ersthafte Gedanken um mich machen, möchte ich mal ein wenig aufklären, was momentan bei mir so los ist bzw. -sportlich gesehen- nicht los ist.

Ich bin derzeit wieder zu einer Couchpotato mutiert, auch die Fülle meines Bauches hat dadurch seit dem Ironman wieder zugenommen; mit Sport war quasi nach dem Marathon so gut wie Schluss. Sieht also momentan recht düster aus… 😉

Das liegt einfach daran, dass derzeit meine Zeit einfach zu knapp geworden ist und ich mich somit für eine Sache entscheiden muss und da kommt der Sport nicht an erster Stelle, sondern andere Dinge.

Ich bin im Oktober nach Jahren der Selbständigkeit wieder in ein Angestelltenverhältnis gewechselt und das bedeutet natürlich, dass ich nun 40 Stunden pro Woche arbeite. Das alleine wäre aber nicht das Problem, mein Arbeitgeber bietet da schon genug Freiheiten, so dass ich z.B. während der Mittagspause trainieren könnte; auch befinden sich etliche erfahrene Ausdauersportler (z.B. 100km Biel, IM FFM, Marathonis) unter meinen Kollegen, die das auch so handhaben, aber ich habe auch noch meine Gewerbe, dass ich weiterhin betreiben will. Das heißt, ich habe nach der Arbeit noch was zu Arbeiten und meine Frau möchte natürlich auch noch was von mir haben. Auch will ich wieder mehr einem anderen Hobby von mir nachgehen, der Fotografie… und so bleibt halt für den Sport sowieso nicht mehr viel übrig und bei den derzeitigen Temperaturen überlegt man sich dann zweimal, ob man wirklich rausgeht oder nicht… und da siegt halt derzeit der innere Schweinehund.

Also… ich muss mich erst einmal an den neuen Rhythmus gewöhnen und dann geht es auch wieder sportlich bergauf. Das Ziel in diesem Jahr ist klar: erfolgreich beim Ironman 70.3 in Wiesbaden sein und der ist in 220 Tagen. Und das werde ich auch packen… 🙂

Katastrophenlauf

Bevor ich zum eigentlichen Thema komme: mein Bauchumfang ist schon wieder etwas geschrumpft und auch die Waage ist wieder etwas lieber zu mir, sind zwar bisher nur kleine Unterschiede und kaum der Rede wert, aber es geht wieder in die richtige Richtung.

Das ist aber auch so ziemlich das einzig erfreuliche, denn sportlich geht bei mir, wie schon das letzte Mal geschrieben, gar nichts.

Heute war ich wieder einmal in der Mittagspause laufen. Kollege Applejack wollte ein paar Intervalle abspulen und ich hab kurzerhand gesagt, ich bin beim lockeren Einlaufen hinauf bis zum Sportplatz dabei und wenn der Junge seine Runden dreht, dann laufe ich in der Zeit wieder locker zurück. Sollten also so ca. 40min werden.

Gesagt getan, ich bin mitgelaufen bis zur Laufbahn und wieder zurück. Insgesamt waren es 6,6km für die ich 43:25min gebraucht habe, also ein bisschen langsamer als 6:30min pro Kilometer. Das wäre ja alles nicht so tragisch, hätte ich bei diesem Lauf nicht einen durchschnittlichen Puls von rund 75% meiner maximalen HF gehabt, bei diesen Umdrehungen bin ich normalerweise doch etwas schneller unterwegs. Auch der Polar-Laufindex, der sich eigentlich immer recht gut mit meinem Gefühl beim Laufen deckt und normalerweise einen Wert im Bereich von 56 bis 64 anzeigt (bei langsameren Einheiten höher, bei schnelleren niedriger) bestätigte mein negatives Gefühl; er zeigte heute nur 50 an, also viel weniger als bisher bei meinem schlechtesten Lauf.

Auch heute wieder: ich hab mich danach beschissen gefühlt und das, obwohl ich gerade einmal 6,6km in einem langsamen 6:34er Schnitt unterwegs war. So unfit kann ich doch nicht von jetzt auf gleich sein…

Ich bleibe dabei, irgendwas stimmt da nicht… ich glaube, ich geh jetzt mal zum Doc.

Ran an den Speck

Ihr werdet ja sicherlich festgestellt haben, dass ich hier die letzten Wochen nicht mehr ganz so aktiv war. Meine Updates im Blog beschränkten sich auf Kurzmitteilungen rechts oben in der Sprechblase, richtige vollständige Blogeinträge gab es seit dem Marathon in Frankfurt nicht mehr.

Ungefähr genauso stark abgenommen, wie meine Motivation hier zu schreiben, hat auch mein Trainingsfleiß. Zwar ist das nicht sonderlich tragisch, denn ein paar Tage Pause kann man sich nach dem Saisonende schon einmal gönnen, damit man dann auch wieder vom Kopf her fit ist um neu durchzustarten, allerdings zeigt die fehlende sportliche Aktivität bereits ihre ersten negativen Auswirkungen.

Wie ich gestern mit Entsetzen feststellen musste, hat mein Bauchumfang seit dem Ironman (und da war meine Rolle auch noch unverkennbar zu sehen)Â um stolze 5 Zentimeter zugenommen. Auf der Waage ging es von 83 auf 86 Kilogramm hoch. Wenn ich so weiter mache, dann bin ich bald wieder bei meiner Ausgangsposition von unfassbaren 110kg.

Ärgerlich ist nicht nur, dass meine Plautze zunimmt, sondern auch die Tatsache, dass ich mich damit immer weiter von meinem Ziel entferne, den Ironman nochmal mitzumachen und dann auch noch schneller zu sein, als das erste Mal, denn mehr Gewicht heißt auch mehr Kraft verschwenden auf den ohnehin langen 226km.

Deshalb heißt es jetzt wieder mal auf die Ernährung achten und ran an den Speck!

… und damit ich auch immer daran denke, habe ich es hier gleich mal für jeden nachlesbar niedergeschrieben.

Was sich in einem Jahr alles tun kann

Nachdem ich meinen gestrigen Lauf bei Jogmap eingetragen habe, ist mir aufgefallen, dass ich vor ein bisschen mehr als einem Jahr exakt die gleiche Strecke schon einmal gelaufen bin und laut meinem Pulsmesser auch mit den gleichen Pulswerten. Soweit meine Eintragung stimmt, dürfte auch das Wetter ähnlich gewesen sein. Ich denke, man kann die Läufe also gut vergleichen…

Ist schon wirklich krass, wenn man sieht, dass man damals bei einem Puls von 145 (~72%HFmax)Â in einer Geschwindigkeit von 7:20min/km unterwegs war und gestern bei der gleichen Herzfrequenz mit einem Schnitt von 5:51min/km.

Das heißt, ich war also bei gleicher Leistung meines Herzens im Schnitt anderthalb Minuten pro Kilometer schneller oder -anders ausgedrückt- fast 2,5km/h schneller!

Ok, vor einem Jahr wog ich auch noch genau 10 Kilogramm mehr als heute, aber wenn man den Greif-Rechner bemüht, um abzuschätzen, wie viel die Gewichtsreduktion ausmacht, dann kommt man zu dem Ergebnis, dass die bessere Leistung zur Hälfte auf mein geringeres Körpergewicht zurückzuführen ist, die andere Hälfte muss also von meinem Training her kommen, quasi von meinen 2.000 Laufkilometer, die ich seit dem zurückgelegt habe.

Was mich natürlich brennend interessieren würde, ist, wie es sich auswirken würde, wenn ich noch einige Kilos leichter wäre. Potential zum Abnehmen ist noch genug da, wenn man sich den folgenden Ausschnitt vom roten Teppich in Frankfurt anschaut. Der Ring um meinen Bauch ist immer noch immens… knappe 98cm, also immer noch viel zu viel…

Ironman Frankfurt - Mein Bauch

Aber irgendwie will der nicht so recht verschwinden…

Habt ihr Tipps, wie man den schnell wegbekommen kann? Gibt’s irgendwelche Ausdauersachen speziell für den Bauch… also was anderes als Sit-Ups und so ein Zeugs?!?!

Fußball und Triathlon passt nicht zusammen

Das musste ich in den letzten Tagen wieder am eigenen Leib erfahren.

Da mein Fußballverein, die SG Wölfersheim/Södel zur Zeit sehr viele Ausfälle von Stammspielern zu beklagen hat, habe ich mich breitschlagen lassen, am letzten Donnerstag und am heutigen Sonntag wieder einmal meine Fußballschuhe zu schnüren und ein wenig in der Reserve mitzukicken.

Eigentlich sollte man meinen, dass ich nach dem harten Jahr Ironman-Vorbereitung nun fitter denn je sein dürfte und alle anderen in Grund und Boden rennen müsste, doch dem ist bei weitem nicht so, denn das ständige Sprinten und Abstoppen ist wieder was ganz anderes für meine Muskeln als das gleichmäßige Laufen über einen langen Zeitraum.

Dementsprechend hatte ich auch nach meinem Donnerstag-Einsatz, bei dem wir in der letzten Minute einen Eckball direkt ins Tor rein ließen und somit nur unentschieden spielten, einen dermaßen starken Muskelkater, wie noch nicht mal nach dem Ironman. Alles schmerzte, insbesondere mein rechter Fuß, dem wohl meine Schussversuche gar nicht gefallen hatten. Auch nach dem heutigen Einsatz, wo ich auch wieder viel gelaufen bin und wir letztlich mit 6:2 als Sieger vom Platz gehen konnten, merke ich meine Beine wie nach einem mehrstündigen Lauf.

Am Dienstag kommt dann mein hoffentlich letzter Einsatz für die SG und dann kann ich mich ganz auf die Vorbereitung für den Frankfurt Marathon konzentrieren, denn bis dahin sind es ja auch nur noch neun Wochen. Einen Trainingsplan muss ich mir dafür auch noch basteln. Wird gar nicht so einfach, denn da kommen noch diverse Geburtstags- und Hochzeitsfeiern sowie Junggesellenabschiede dazwischen, die mich trainingsmäßig wahrscheinlich wieder stark einschränken werden.

Motivationsloch

Wenn man ein hoch gestecktes Ziel nach einem langen und anstrengenden Zeitraum endlich erreicht hat, dann fällt es einem natürlich besonders schwer, sich danach dann wieder neu zu motivieren. Das Problem habe nicht nur ich, sondern auch eine ganze Reihe von anderen Triathleten, wie ich heute im Forum bei 3athlon gelesen habe.

Im Prinzip hätte ich mir das ja denken können, denn nach dem Gewinn meiner Abnehmwette im Dezember letzten Jahres, nach dem ersten Teilstück auf dem Weg zum Ironman, war es genauso: habe ich die zehn Monate vorher jeden Tag mein Gewicht kontrolliert und fein säuberlich in eine Excel-Tabelle geschrieben, so hörte ich direkt nach dem Gewinn der Wette damit auf. Zwar hatte ich noch ein weiteres Sheet angelegt, um bis zum Ironman noch ein paar Pfunde loszuwerden (denn jedes Kilogramm bremst), doch eingetragen habe ich dort nie etwas. War ja auch nicht nötig, denn mein Gewicht blieb im Zeitraum von Januar bis Juli immer konstant im niedrigen 80er Bereich. An die Sub80 war da sowieso nicht zu denken.

Nun, nachdem ich den Ironman gefinisht habe, ist jetzt ein zweites Mal die Luft raus. Wurde vorher noch jede einzelne Trainingsminute peinlich genau protokolliert, so wird nun nur noch provisorisch eingetragen. Auch der Trainingsfleiß ließ stark nach und das lag nicht nur am schlechten Wetter, sondern am wieder sehr erstarkten inneren Schweinehund, der zur Zeit die meisten Duelle gegen meinen Dickkopf gewinnt.

Weitere Probleme sind die Esserei und die Trinkerei. Jedes Wochenende stehen derzeit mindestens zwei Feierlichkeiten an, wo es wieder feines, sprich kalorien- und fettreiches Essen gibt und natürlich jede Menge alkoholischer Getränke, denen ich nach knapp halbjähriger Abstinenz wieder sehr wohlgesonnen bin. Lange Rede kurzer Sinn, ich lasse es mir momentan an den Wochenenden sehr gut gehen und bin körperlich nur wenig aktiv.

Das hat dann nun wieder dazu geführt, dass mein ohnehin nicht gerade geringer Bauchumfang um ca. zweieinhalb Zentimeter angewachsen ist und die Waage sich nun im mittleren 80er Bereich eingependelt hat.

Hätte ich nicht das Ziel, am 26.Oktober in Frankfurt beim Marathon zu finishen, würde ich -glaube ich- fast gar nichts mehr machen. So kann ich mich immerhin hin und wieder zu einer Laufeinheit durchringen. Das sind dann aber eher lockere Läufe bzw. Jogging-Einheiten aus dem Bauchgefühl heraus und keine Einheiten streng nach Trainingsplan. Den muss ich mir dann zumindest ab übernächster Woche zurecht basteln.

Was ich auch äußerst interessant finde, ist die Tatsache, dass mein läuferisches Selbstbewusstsein sehr stark gelitten hat. So traue ich mir momentan nicht wirklich zu, die 42,2km am Stück in einem Tempo von 5:20min/km zu laufen (~3:45h), dabei sollte das von meiner letzten Halbmarathonzeit abgeleitet, doch eigentlich drin sein. Auch bei den 10k tue ich mir gedanklich schwer, mir da ein paar Minuten unter 50 zuzutrauen. Werde also wohl nochmal so einen Wettkampf in den nächsten Wochen machen müssen, um mal eine kleine Standortbestimmung zu bekommen.

Außerdem muss ich wohl auch wieder mal auf meine Ernährung achten, damit ich im Oktober wieder ein bisschen weniger mit mir rumtrage…

Frage an euch: habt ihr Tipps, wie man sich nach einem solchen Höhepunkt, wie dem Ironman, wieder neu motivieren kann?

IMG 08 – Der Tag danach

Natürlich steht noch ein Bericht aus, nämlich wie es mir nach dem Zieleinlauf und die nächsten Tage nach dem Rennen so ergangen ist.

Nach dem erfolgreichen Finish

Direkt nach dem Überschreiten der Ziellinie waren natürlich die Leute von Pro7 da und wollten von mir ein kleines Interview haben, was ich natürlich auch gleich gegeben habe, sogar noch bevor ich zu meiner Freundin gegangen bin. All ihre verzweifelten Rufe halfen nichts, ich hörte sie bei dem grölenden Publikum einfach nicht und gesehen hatte ich sie beim Zieleinlauf auch nicht. Ehrlich gesagt hatte ich sie direkt im Zielbereich vermutet, denn mit ihrem Ausweis als akkreditierte Journalistin wäre sie dort auch hingekommen. Gesehen beim Einlauf habe ich nur meine ganzen mitgereisten Freunde und meine Familie in ihren Fanshirts. Die standen alle in einem Blog und waren auch nicht zu überhören.

Es dauerte ein klein wenig, bis ich mein Schatz direkt unten an der Finish-Line entdeckte. Ich bin natürlich sofort rausgegangen und hab sie dann gedrückt und ihr dafür gedankt, dass sie mich die ganze Zeit unterstützt und meine Launen ertragen hat.

Im Athlete’s Garden war mir dann allerdings etwas komisch, weshalb ich dann vorsichtshalber mal zum Sanizelt gegangen bin. Dort hat mich dann ein Arzt untersucht und meinte, mein Kreislauf sei völlig ok, ich solle einfach nur was trinken. Da ich aber schon mal in dem Zelt war, dachte ich mir „mensch, wenn du schon hier bist, dann kannst du doch gleich eine der kostenlosen Infusionen nehmen.“ Der Arzt meinte zwar, dass das nicht nötig sei, aber ich wollte trotzdem eine haben, um schneller wieder fit so sein. So bekam ich dann eine Infusion und lag erst einmal eine ganze Weile im Zelt herum…

Nach dem Umziehen gab es noch eine kleine Stärkung und dann ging es auch schon zum Check-Out. Hat eine Ewigkeit gedauert, weil mein Rad ja so ziemlich am Arsch der Welt stand und Katharina und ich -nachdem ich das Rad hatte- nochmal quer durch Frankfurt mussten zu unserem Auto. Aber mein Schatz war ja so nett und hat mein Rennrad die U-Bahn-Treppen hoch und runter getragen… 🙂

Der nächste Tag

Nachdem ich abends die Übertragung des HR-Fernsehens gesehen hatte war es zwar schon kurz nach elf, ich aber immer noch nicht müde. Irgendwie war ich innerlich noch zu aufgewühlt und konnte lange nicht schlafen. Ins Bett bin ich deshalb erst um 1:30 Uhr.

Morgens ging es dann wieder gegen 7:30 Uhr aus dem Bett. Da war ich auf einmal hellwach, keine Ahnung warum. Meine Beine taten zwar weh, aber nicht sonderlich doll. Die Treppen zuhause konnte ich zumindest ohne Probleme bewältigen. Also alles irgendwie nicht einmal annähernd so schlimm, wie ich es erwartet hätte.

Mittags ging es dann übrigens zu einem Fast-Food-Restaurant mit einem goldenen M. Irgendwie hatte ich Hunger auf was richtig ekelhaft fettiges… Keine Ahnung warum, aber es war so…

Was nun? Gibt es eine Wiederholung?

Die nach meiner erfolgreichen Teilnahme am meisten gestellte Frage, ist natürlich: „Und? Machst du es nochmal?“

Direkt nach dem Zieleinlauf habe ich gesagt, dass ich sowas vielleicht wieder machen werde, aber nicht in den nächsten Jahren. Ganz ausgeschlossen habe ich also eine Wiederholung des ganzen also nicht. Wobei ich mir eigentlich dachte, dass eine nochmalige Teilnahme nicht wirklich klug ist. Dieses mal passte alles zusammen, das Training, die Bedinungen am Wettkampftag, meine Verfassung, einfach alles. Beim nächsten Mal kann es eigentlich nur schlechter werden.

Außerdem würde ich mit einer schnellen Wiederholung meine Eltern nicht gerade glücklich machen. Die sagten nämlich, dass sie zwar mächtig stolz auf mich seien, aber ich sollte so etwas ihren Nerven in den nächsten Jahren auf jeden Fall nicht mehr zumuten.

Nunja, auch wenn ich ihnen sagte, dass ich das so schnell nicht wieder machen werde; am Montag abend wäre ich aber eigentlich wieder soweit gewesen, zu sagen: Komm, ich mach das nächstes Mal nochmal. Aber da waren ja die Plätze schon alle weg… Zum Glück werden jetzt einige sagen… 😉

Warum ich nochmal teilnehmen würde, wo ich mir doch jetzt meine zwei Fragen, die mich zu diesem Projekt getrieben haben beantwortet habe („Kann ich es schaffen?“ / „Wie ist das Gefühl, über die Ziellinie zu laufen?“), ist ganz einfach: der optimal gelaufene Wettkampf hat eine weitere Frage aufgeworfen, nämlich „Kann ich es auch schneller schaffen?“

Auch Applejack, der sein Sub11-Ziel ja mit hervorragenden 10:26h deutlich unterboten hat, ist im nächsten Jahr wieder dabei, denn er fragt sich jetzt, ob er es auch unter 10 Stunden schaffen kann. Sein Bruder, der wegen seines Krampfes ein paar Minuten langsamer war, ist auch wieder mit von der Partie.

Wann und ob ich wieder so etwas mache… das werden wir mal sehen… vorher werde ich jedenfalls probieren, mal an meinem Beinschlag beim Kraulen arbeiten… 😉

Finished – 11:36:24h

Der längste Tag des Jahres, mein längster Tag, ist – wie ihr an meinem jetzigen Beitrag seht – immer noch nicht zu Ende.

Ich bin irgendwie innerlich noch ein wenig aufgewühlt, so dass ich, wenn ich mich jetzt ins Bett lege, eh noch nicht gleich schlafen kann. Also nutze ich mal die Zeit, und schreibe einen kurzen Blogbeitrag über meinen erfolgreichen Ironman-Finish, in einer Zeit, die sogar weitaus besser ausgefallen ist, als die, die ich nur unter vorgehaltener Hand einigen ausgewählten Personen genannt hatte. 11:36.46,2 – so lange habe ich gebraucht, um 3,8km zu Schwimmen, 180km Rad zu fahren und noch 42,2km zu laufen. Das heißt „Sub 12“ mit folgenden Splits: 1:12.31,1 Swim, 9.17,5 T1, 5:45.59,6 Bike, 5.49,8 T2, 4:22.46,2 Run

Dass die Zeit so gut wurde, das lag aber auch daran, dass ich ein absolut optimales Rennen hatte. Die Wetterbedingungen waren bis auf den recht ordentlich blasenden Wind auf der zweiten Radrunde nahezu perfekt: nicht zu heiß, bewölkt und trocken. Auch der Rest lief perfekt. Beim Schwimmen trotz Start mitten im Getümmel kein einziges Mal Wasser geschluckt, keine Atemnot, keine Panikattacke, etc. Während des kompletten Wettkampfs (und auch bis jetzt) keinen einzigen Krampf. Nach dem Zieleinlauf bin ich zwar ins Sanizelt um eine der kostenlosen Infusionen abzustauben, aber der Arzt sagte mir, dass das eigentlich nicht nötig wäre, Kreislauf wäre völlig ok. Hab mir aber dann trotzdem eine geben lassen, sicher ist sicher. Die Wehwechen halten sich (bis jetzt – wer weiß, was morgen ist) auch in Grenzen: eine megagroße Blase am rechten Fuß, einen etwas wundgeriebenen Nacken vom Neo und natürlich ein Fahrradsitz, der sich in meinen Hintern eintätowiert hat. – Die genaueren Berichte folgen in den nächsten Tagen…

Auch möchte ich mich nochmal bei allen bedanken, die mich im Vorfeld und auch während des Ironman kräftig unterstützt haben. Ich war echt überwältigt, wie viele Leute in Friedberg und auch später in Frankfurt an der Strecke waren und mich lautstark angefeuert haben. Ich habe im Vorbeifahren und -laufen nicht einmal registrieren können, wer alles da war, so viele waren das. Echt krass, mir fehlen die Worte. Auch ein Dank natürlich an alle, die das Blog hier verfolgt haben und sich heute als Helfer oder auch als Zuschauer zu erkennen gegeben haben und mich ebenfalls lautstark angefeuert haben. Da es ja heißt, das Eisenmänner im Training gemacht werden, haben natürlich Uwe, Stephan und Manuel ebenfalls einen großen Beitrag an der guten Zeit. Der eine hat mich mit Ernährungsplänen versorgt, der andere hat Laktatanalysen gemacht und die Trainingspläne erstellt und der Dritte hat mich in seinem Studio das Krafttraining machen lassen und in meiner Verletzungszeit massiert. Auch meiner Family danke ich für die Unterstützung, auch wenn gerade Mama und Papa nicht wirklich begeistert von meinem Vorhaben waren, aber Eltern machen sich da natürlich Sorgen, ob der Bub sich da nicht zu viel zumutet. Da fällt mir gerade ein, die Frage ‚Geht es noch?‘ kann wohl nur eine umsorgte Mutter bei Kilometer 37,5 beim Marathon stellen. Nein, es geht schon lange nicht mehr… 😉

Und natürlich danke ich – das beste zum Schluss- meinem Schatzilein, dass mich während der mehr als einem Jahr andauernden Vorbereitungszeit immer unterstützt und meine Launen ertragen hat, wenn es mal nicht so lief und immer an mich gelaubt hat. Ich hab’s dir schon im Ziel gesagt, ich freue mich ganz doll auf August. 😉

Auch wenn ich jetzt bestimmt den ein oder anderen vergessen habe, nehmt es mir nicht übel, ich bin jetzt schon fast 22 Stunden wach… ich werde meine Versäumnisse noch nachholen.

Und… bist du fit?

Jaja, eigentlich wollte ich heute über etwas anderes schreiben, aber aus aktuellem Anlass verschiebe ich das für heute geplante Thema auf morgen. Dafür gibt es jetzt sozusagen eine Erweiterung meiner „häufig gestellten Fragen„.

Warum ich das dazwischenschiebe hat einen guten Grund: ich arbeite ja, wie einige wissen, vom heimischen Büro aus. Das heißt, an einem Arbeitstag muss ich nicht zwingend aus dem Haus gehen (außer natürlich zum Trainieren). Umso erstaunlicher ist es, dass in den paar Minuten, in denen ich heute zum Einkaufen unterwegs war, von so vielen bekannten Gesichtern angesprochen wurde, die mir allesamt nur eine einzige Frage stellten und diese war auch noch bei allen gleich:

Und?! Biste fit?!

Wenn man in Abständen von wenigen Minuten einige Smalltalks führt, die allesamt mit der gleichen Frage beginnen, dann ist das doch wirklich ein Posting wert, oder?!

Tja, was sagt man also auf so eine Frage? Alles andere als „ja“ wäre ja wohl die falsche Antwort und müsste als logische Konsequenz eine Absage des Events zur Folge haben, denn „unfit“ an den Start beim Ironman zu gehen, wäre wohl nicht gerade gesundheitsfördernd.

Also, hier nochmal für alle, die mich noch nicht gefragt haben, aber demnächst fragen wollten:

Ja, ich bin fit!“ 😉

Zwar merke ich, wie sich eine innere Unruhe von Stunde zu Stunde weiter ausbreitet, aber noch hält sich das alles in Grenzen und ich denke, die Nervosität ist ganz normal.

Man realisiert, dass der Moment auf den man die letzten Monate hingearbeitet hat, immer näher rückt. Auf der einen Seite freut man sich darüber, dass die Zeit des Wartens nun endlich vorbei ist und der große Tag kommt, auf der anderen Seite hat man aber noch ein paar Sachen, die einem Kopfzerbrechen bereiten und einem ein gewisses Unwohlsein bescheren: Was wird am Sonntag für ein Wetter sein? Wird die Sonne knallen, wird es Gewitter geben oder regnen, wird es windig sein? Wie weit heizt die Sonne in den nächsten beiden Tagen den Langener Waldsee noch auf (max. 2,5 Grad dürfen es noch sein)? Hält das Fahrrad die 180km? … und viele weitere Fragen dieser Art.