Pulskontrolle – Sinnvoll oder Unsinn?

Gestern war ich zusammen mit meinen Kollegen in der Mittagspause laufen. An für sich nichts ungewöhnliches, denn das machen wir mindestens zweimal pro Woche, doch gestern hatte ich erstmals keine Lust meinen Brustgurt anzuziehen und war somit ohne Pulsanzeige auf meiner Uhr unterwegs.

Herausgekommen ist dabei dann die schnellste Einheit, die ich jemals in der Mittagspause mit den Kollegen gelaufen bin. Die zweitschnellste Zeit für unsere Standard-„10km-übern-Berg“-Runde lag bei mir bisher bei 52min, gestern waren es dann nur 46min. Wenn man bedenkt, dass zwischen KM4 und KM6 ein bisschen mehr als 100 Höhenmeter zu erklimmen sind, finde ich das für mich schon eine sehr gute Zeit, die ich mir selbst nicht zugetraut hätte.

Die Frage, die sich mir nun stellt: wäre ich überhaupt so schnell gelaufen, wenn ich meinen Brustgurt angehabt hätte? Wäre ich nicht automatisch langsamer geworden, wenn ich gesehen hätte, in welchen Sphären ich mich pulstechnisch bewege?

Die Profis und Pulsuhren

Bei den Profis ist das mit der Pulskontrolle ja auch sehr unterschiedlich, wie ich beim Durchblättern meiner Hawaii-Bilder gesehen habe.

Während ein Andreas Raelert noch nicht einmal eine Uhr anhat, geschweige denn einen Brustgurt zur Pulsüberprüfung, kommen andere Profis, wie beispielsweise der achtplatzierte Dirk Bockel gleich mit zwei Uhren daher: an der einen Hand die RS800CX und an der anderen den Garmin FR 310XT.

Andreas Raelert ohne Pulsuhr

Andreas Raelert braucht keine Pulsuhr, er läuft nur nach Gefühl. Für den Sieg gibt es sowieso nur ein Rezept: Vollgas!

Dirk Bockel mit zwei Pulsuhren

Dirk Bockel nimmt zur Sicherheit gleich zwei Uhren mit damit auch ja nichts schiefgehen kann.

Zum Thema „Training und Technik“ haben sich Sebastian Kienle und Ronny Schildknecht schon mal in ihren Blogs ausgelassen. Fazit: man sollte mehr auf sein Gefühl hören und immer Herr über die Technik sein und nicht ihr Sklave.

Mein Fazit

Letzteres war bei mir in der jüngsten Vergangenheit immer der Fall. Selbst wenn mein Gefühl und die Zeit des Trainingslaufs gut war, stellte sich dann nach Auswertung der Pulsdaten ein negatives Gefühl ein, nur weil der Durchschnittspuls vielleicht mal zwei, drei Schläge höher als sonst war. Oder wenn das Gefühl während des Trainings gut war, die Uhr aber offensichtliche fehlerhafte Messungen zeigte (z.B. Puls 210 bei einem 5:30er Schnitt) habe ich eher langsamer gemacht oder die Einheit verkürzt; hätte ja doch was sein können.

Ich habe jetzt für mich beschlossen, meinen Brustgurt des öfteren zuhause zu lassen und mehr auf mein Gefühl zu hören anstatt ständig auf die Uhr zu sehen.

Bin mal gespannt, wie sich das dann entwickelt…

Wie haltet ihr das eigentlich mit der Pulskontrolle im Training? Habt ihr die Uhr ständig dabei, lauft ihr auch mal ohne oder vielleicht sogar immer ohne? Wie macht ihr das im Wettkampf? Nehmt ihr überhaupt eine Uhr mit oder zur Sicherheit gleich zwei?

Pro7 Galileo: Vom Pummelchen zum Ironman

Ich bin gerade zufällig im Netz auf die Website des Galileo-Redakteurs gestoßen, der mich von August 2007 bis zum Ironman im Juli 2008 mit der Kamera begleitet hat. Er hat dort den kompletten Mitschnitt des Galileo-Beitrags „Vom Pummelchen zum Ironman“ online gestellt.

Da ich immer mal wieder gefragt wurde, ob es den Bericht irgendwo im Netz gibt und ich das bisher immer verneinen musste, kann ich also jetzt sagen: wer den Beitrag nochmal sehen will oder wer ihn bisher noch nicht gesehen hat, ihn aber gerne einmal sehen möchte, der kann das jetzt auf Youtube tun. Einfach nach „Pummelchen Ironman“ suchen und das erste Video auf der Seite starten oder einfach direkt diesen Link hier verwenden: „Vom Pummelchen zum Ironman„.

Die Qualität könnte zwar etwas besser sein, aber ich will nicht meckern, und freue mich, dass der Bericht überhaupt wieder online ist. Übrigens: in der Mitte des Videos, wo eigentlich der Werbeblock auf Pro7 kam, ist ein klein wenig Leerlauf drin und für ca. eine Minute der Bildschirm schwarz. Keine Angst, das geht danach aber weiter; einfach ein bisschen vorspulen.

Saisonplanung 2011

Gute zwei Monate lang gab es jetzt keinen Blogbeitrag mehr, was in erster Linie daran lag, dass ich sportlich gesehen richtig faul war und es deshalb nicht wirklich was interessantes zu berichten gab. Gerade einmal zwei Laufeinheiten brachte ich im Dezember zustande mit jeweils 9km Länge, hinzu kamen noch zwei Einheiten mit je 30min auf der Rolle, länger habe ich es dort nicht ausgehalten.

Nicht wirklich viel… die Form ist dahin, der Bauch ist wieder dicker geworden und die Waage zeigt ebenfalls wieder mehr an. Aber das ist irgendwie normal bei mir in der dunklen Jahreszeit und da ich aus den letzten Jahren weiß, dass das im Frühjahr auch alles wieder in die richtige Richtung geht, mache ich mir keine weiteren Gedanken darüber.

Viel eher darüber, was ich in diesem neuen Jahr so machen soll. Mein langfristiges Ziel habe ich ja schon verkündet, nun heißt es, darüber nachzudenken, wie ich das auch wirklich erreichen kann und was liegt da näher, als mich auf meine beiden schlechten Disziplinen zu konzentrieren, dem Schwimmen und dem Laufen.

Laufen, Laufen, Laufen…

2011 wird in erster Linie ein Laufjahr werden mit dem Saison-Höhepunkt am 30.Oktober beim Frankfurt Marathon. Natürlich werde ich auch ein bisschen Rad fahren und auch ein, zwei kleine Triathlon-Wettkämpfe mitmachen, aber in erster Linie will ich schauen, dass ich beim Laufen schneller werde und dass ich beim Schwimmen endlich eine gescheite Wasserlage hinbekomme und mit meinen Beinen auch was anfangen kann und nicht mehr nur mit dem Armen durch’s Wasser robbe.

Also Ziele für 2011:

Ach ja und Triathlon-Fotografie-technisch habe ich im Sommer noch etwas geplant, wofür ich auch ein paar Freiwillige gebrauchen könnte. Da werde ich mich aber nochmal melden. 😉

Roadmap to Kona…

Ein paar Wochen sind jetzt seit der Hawaii-Reise vergangen und irgendwie bin ich bis jetzt noch nicht dazu gekommen, ein bisschen was über meinen Aufenthalt in Kailua-Kona zu erzählen. Viel zu schnell hat mich leider der Stress des Alltags wieder eingeholt und dadurch hatte ich dann auch keine Lust, was zu schreiben… und sich zum Bloggen zu zwingen, das macht keinen Sinn.

Eigentlich wollte ich euch erzählen, wie es sich angefühlt hat, ein wenig in der Bucht von Kona zu schwimmen, über den QueenK-Highway in Richtung Energy Lab zu laufen und auf dem Rad gegen den Wind anzukämpfen, aber das ist ja schon wieder so lange her, dass es sich nicht mehr lohnt darüber zu schreiben. Viel wichtiger ist der Blick nach vorne. 😉

Ich hatte im Vorfeld der Hawaii-Reise schon einmal angekündigt, dass es eigentlich nur zwei Möglichkeiten gäbe, wie es weitergehen könnte; entweder ich sage, „Ich will unbedingt auch mal auf Hawaii starten“ oder das Gegenteil ist der Fall „Niemals werde ich mir das dort antun“. – Doch nichts davon ist eingetreten! Natürlich würde es mich schon einmal reizen, dort an den Start gehen zu dürfen, aber der Funke ist nicht so dermaßen übergesprungen, dass ich alles dafür geben würde. Der letzte Wille fehlt also (noch)…

Abgesehen davon, dass ich mit meinen bescheidenen Möglichkeiten ohnehin keinen direkten Qualifikationsplatz bekommen würde, sondern nur darauf hoffen könnte, dass ich das Rennen meines Lebens mache und vor mir dann unzählige schnellere Athleten absagen würden. Allerdings: schaut man sich die Quali-Zeiten von Frankfurt aus diesem Jahr an, dann sieht man, dass in der AK35 bei den Männern der letzte Slot mit einer Gesamtzeit von 10:01.47h gewonnen wurde; wenn man das mal als Maßstab nehmen würde, dann könnte das ja doch mit meinem Startplatz nicht ganz so utopisch sein, wie zunächst angenommen. Aber man darf dabei nicht vergessen, ab nächstem Jahr gibt es weniger Slots in Frankfurt, dann dürften die Zeiten wieder niedriger sein und wenn dann nicht mehr so viele absagen, müsste man ruckzuck mal eine ganze Stunde schneller sein und dann wird es wieder utopisch…

Lange Rede kurzer Sinn: ich kündige jetzt hiermit an, dass ich 2013 wieder in Frankfurt starte (dann in der M35) und schauen wir dann einfach mal, ob ich es schaffe, in den bis dahin zweieinhalb Jahren meine großen Defizite beim Schwimmen und Laufen auszubügeln und aus mir einen Kerl zu machen, der das Ding in unter 10 Stunden schafft.

Ob das für einen Slot reichen wird, das wird man sehen.

Zurück aus Hawaii

Eine Woche ist inzwischen seit meiner Rückkehr aus Hawaii vergangen und irgendwie fühle ich mich immer noch ein wenig durcheinander: statt morgendlichem Lauf in kurz/kurz bei 28 Grad, heißt es nun Eiskratzen bei minus 2 Grad, statt Beine hochlegen und faul sein, heißt es nun wieder auf der Arbeit ranklotzen und als wäre das nicht schon genug, macht mir die Zeitverschiebung immer noch ein bisschen zu schaffen; mein Rhythmus ist noch um ein paar Stunden verschoben. Aber das wird sich schon noch geben…

Fotos, Fotos, Fotos, …

Jedenfalls finde ich jetzt das erste Mal Zeit, hier wieder einen kleinen Beitrag zu schreiben; vorher habe ich mich ausschließlich um meine Bilder gekümmert: 4.653 Fotos habe ich gemacht, davon 758 wegen Platzmangels schon vor Ort gelöscht, blieben also immer noch 3.895 Bilder, die gesichtet und bearbeitet werden wollten. Wer selbst schon einmal solche Datenmengen aus dem Urlaub heimgebracht hat, wird wissen, wie viel Zeit das in Anspruch nimmt.

Wer schon einmal den bearbeiteten Teil sehen will, der kann das bei Facebook tun:

Doch auch wer keinen Facebook-Account hat, der kann sich meine Bilder vom Ironman betrachten. Hier findet ihr meine Lieblingsbilder von der Ironman-Weltmeisterschaft.

Apropos Facebook, was mich ganz besonders freut: Mirinda Carfrae, die Siegerin bei den Frauen fand wohl mein Bild von ihr beim Zieleinlauf so toll, dass sie es gleich als Profilbild für ihren Facebook-Account genommen hat. *stolzbin*

 

So, jetzt war es doch wieder nur ein Beitrag über Fotos, aber die Berichte, wie ich es in Kona so fand, die werden noch folgen; versprochen! 🙂

King Kamehameha’s Kona Beach Hotel

Juchhu, endlich ist das mit der Hotelbuchung fix…!

Katharina und ich werden während des Ironman auf Hawaii im gerade frisch renovierten King Kamehameha’s Kona Beach Hotel wohnen.

Lange hat’s gedauert…

Warum das für mich jetzt ein Posting wert ist, ist schnell erklärt: ich freu mich nämlich riesig darüber, dass es nach langem hin und her endlich geklappt hat. Über die diversen Reiseveranstalter war das Hotel nicht direkt buchbar, sondern nur auf Anfrage zu bekommen, allerdings wurden unsere Anfragen über DERTOUR, FTI und wie sie alle heißen, aber nach einigen Tagen allesamt abgelehnt. Letztlich habe ich dann direkt über die Website des Hotels gebucht, weil dort noch ein paar Zimmer frei waren; aber auch damit war das Thema noch nicht erledigt, denn ebenfalls nach einigen Tagen erhielt ich eine E-Mail mit dem Hinweis, dass zum Ironman besondere Bedingungen gelten. Ich sollte diese Bedingungen unterschreiben und das Hotel im Voraus bezahlen. Daraufhin schrieb ich eine Mail zurück mit einer kleinen Nachfrage, die aber nie beantwortet wurde. Wahrscheinlich ist sie im Spamfilter gelandet oder einfach untergegangen. Nach einer Woche habe ich dann mal nachgefragt, was denn nun sei und dann auch endlich eine Antwort erhalten. Anschließend schnellstens die Bedingungen unterschrieben und gezahlt.

Geniale Lage

Was an dem Hotel so besonders ist, dass ich da unbedingt hin wollte? Ganz einfach, es liegt direkt an Start und Ziel…

Ironman - Kona Beach Hotel

Ich habe hier mal ein klein wenig gezeichnet. Das hellblaue, das ist das King Kamehameha, gelb eingezeichnet ist die Wechselzone. Los geht es im dunkelblauen Bereich, da liegt nämlich die Schwimmstrecke. Die grünen Linien markieren die Radstrecke und die roten Linien die Laufstrecke.

Ich freu mich ja so….!

PS: … noch 24 Tage bis zum Ironman

Staffeln im Triathlon (II)

Vor einigen Tagen habe ich euch gefragt, was ihr von Staffeln im Triathlon-Sport, insbesondere bei Ironman-Veranstaltungen haltet.

Die Diskussionen, die parallel auf Twitter, Facebook und hier im Blog liefen, gingen -mit wenigen Ausnahmen- eindeutig in eine Richtung:

  • Nein, Staffeln haben beim Ironman nichts verloren!

Meine 2 Cent

Und ehrlich gesagt, das entspricht auch meiner Meinung. Genauso wenig, wie man ein Marathon-Läufer ist, wenn man lediglich 10 1/2 km in einer Staffel läuft, genauso wenig ist man Triathlet oder gar Ironman, wenn man nur eine der drei Disziplinen bewältigt bzw. bewältigen kann! Zum Triathlon-Sport gehört es eben dazu, dass man erst schwimmt, dann Rad fährt und zum Abschluss noch einmal läuft und nicht nur eines macht. Wer nur schwimmt ist ein Schwimmer, wer nur Rad fährt ist ein Radfahrer und wer nur läuft ist ein Läufer, aber eben keiner davon ist ein Triathlet. Ich denke, darüber braucht man gar nicht zu diskutieren. Von daher erübrigt sich auch die Frage, ob man die Finisher einer Staffel beim Ironman als „Ironman“ bezeichnen kann. Kann man eben nicht!

Von einigen wurde angeführt, dass die Staffel eine schöne Möglichkeit wäre, um in den Triathlon-Sport einzusteigen. Auch das halte ich für Schwachsinn, weil es eben -wie oben schon geschrieben – für die einzelnen Staffelteilnehmer kein Triathlon darstellt. Natürlich kann man -hier sei mal die Challenge in Roth als Beispiel angeführt- von der tollen Stimmung an der Strecke profitieren. Aber sind wir mal ehrlich (und lassen wir mal die Freunde und Angehörigen der StarterInnen außen vor): kommen die meisten Zuschauer wegen den Leuten an die Strecke, die nur eine Disziplin erledigen oder kommen sie eher an die Strecke und feuern sie die Leute an, die eben morgens schon 3,8km geschwommen sind, dann 180km Rad gefahren sind und dann noch 42,2km Laufen vor sich haben?! Was meint ihr wohl?!

Ich war ja durchaus schon das ein oder andere Mal als Zuschauer beim Ironman dabei und hab auch schon öfter mal Gänsehaut bekommen, wenn der ein oder andere Athlet völlig fertig vom Rad steigt, aber trotzdem noch Willens genug ist, sich auf eine schier endlos scheinende Strecke von 42,2km aufzumachen. Ich wette, dass das nicht so wäre, wenn ich jemand völlig fertig vom Rad steigen sehe, der dann seinen Zeitchip einfach an einen frischen Mitstreiter übergibt, der völlig ausgeruht, die 42,2km angehen kann. Abgesehen davon: dafür würde ich mich wahrscheinlich nicht einmal an die Strecke stellen!

Wer wirklich einmal Triathlon-Luft schnuppern will, der hat auch ohne Staffelteilnahme die Möglichkeit dazu. Es gibt viele kleine Triathlonveranstaltungen, die von gemeinnützigen Sportvereinen veranstaltet werden und bei denen man mit wenigen Euros dabei sein kann und auch -wenngleich sicherlich weniger Zuschauer an der Strecke sind-entsprechend angefeuert wird. Das Gute dabei ist, es gibt in der Regel für jeden eine passende Streckenlänge: von Schnupper-Triathlon über Volkstriathlon und Kurzdistanz bis hin zur Mitteldistanz. Wem also eine Langdistanz zu lang ist, der kann einfach mal eine kürzere Strecke in Angriff nehmen. 😉

.. und wer 180km Rad fahren möchte, der suche einmal nach RTF oder Radrennen, wer 42,2km Laufen möchte nach Marathon-Laufveranstaltungen usw. – aber eben nicht nach ein paar Freunden, die dann zusammen eine Staffel beim Ironman bilden. Das nimmt nur denjenigen den Platz weg, die die komplette Distanz alleine absolvieren möchten und füllt nur die Kassen der Veranstalter.

Staffeln im Triathlon

Bei den Langdistanz-Triathlons unter dem „Ironman“-Label sind sie -soweit mir bekannt- noch tabu, bei anderen Verstaltungen, wie z.B. der Challenge Roth, schon seit einiger Zeit etabliert: die Staffeln.

Und auch wenn es vor kurzem in Regensburg, entgegen der Ankündigung von Kurt Denk im letzten Jahr, noch keinen Staffelwettbewerb gab, so denke ich, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis auch bei den Ironman-Veranstaltungen Staffeln an den Start gehen werden.

Staffel heißt: drei Leute finden sich zusammen und bilden gemeinsam ein Team, eine der drei Personen schwimmt die 3,8km durch den See, die andere fährt danach die 180km auf dem Rad und die letzte Person läuft im Anschluss den Marathon von 42,195km Länge. Da ich viele kenne, die sagen „Rad fahren würde ich mir zutrauen, aber Schwimmen und Laufen nicht!“ und andere hingegen meinen „Schwimmen? Kein Thema!“ oder „Laufen? Kein Thema!“ würde ich darauf tippen, dass sich da viele Leute dafür begeistern könnten, weitaus mehr als für den Einzelstart über alle Disziplinen. Und genau das dürfte den amerikanischen Investor, der die World Triathlon Corporation im April 2008 übernommen hat doch riesig freuen.

Mich würde mal interessieren, wie ihr zu dieser Entwicklung steht. Deshalb mal in die Runde gefragt:

  • Was haltet ihr von Staffeln beim Triathlon?
  • Ist das überhaupt ein Triathlon, wenn drei Leute jeweils eine Sportart ausüben?
  • Kann man sich als Staffel-Finisher eigentlich „Ironman“ nennen?

Bin mal gespannt, was so von euch kommt…

21.Maibach-Triathlon

Vorgestern fand der Maibach-Triathlon in Butzbach statt und genauso, wie auch schon im Jahr zuvor, waren wieder einige Freunde mit am Start, die auch mal einen Triathlon probieren wollten.

Ganz besonders gefreut hat es mich, dass die Gruppe in diesem Jahr sogar etwas größer geworden ist. Neben vier Starterinnen und Startern, die wieder angetreten sind um ihre eigene Zeit von 2009 zu verbessern, waren neben mir noch fünf Rookies am Start des Triathlons über die Distanz von 300m Schwimmen, 17km Rad fahren und 6km Laufen; insgesamt waren wir also 10 Personen.

Ergebnisse

Hier die Zeiten des „Team Ironseo“ beim Maibach-Triathlon:

  • Daniel – 1:12:22h
    (6:09min Swim, 37:45min Bike und 28:28min Run)
  • Holger – 1:15:43h
    (6:38min Swim, 41:52min Bike und 27:13min Run)
  • Tobias – 1:23:36h
    (6:15min Swim, 45:54min Bike und 31:27min Run)
  • Robin – 1:31:18h
    (6:33min Swim, 48:42min Bike und 36:03min Run)
  • Claudius – 1:33:41h
    (6:27min Swim, 48:37min Bike und 38:37min Run)
  • Kerstin – 1:34:08h
    (7:09min Swim, 50:13min Bike und 36:46min Run)
  • Katrin – 1:43:46h
    (8:50min Swim, 58:53min Bike und 36:03min Run)
  • Bernd – 1:43:56h
    (10:43min Swim, 54:14min Bike und 38:59min Run)
  • Katharina – 1:49:43h
    (6:18min Swim, 55:52min Bike und 47:33min Run)
  • Nadine – 1:55:28h
    (9:02min Swim, 1:02:09h Bike und 44:17min Run)

Fazit

Das bedeutet: alle haben erfolgreich gefinisht. Die vier, die bereits im letzten Jahr gestartet sind, konnten alle ihre Zeiten vom Vorjahr verbessern und auch alle anderen Erstfinisher waren mit ihren Leistungen zufrieden, auch wenn sich der ein oder andere sicherlich gesagt hat: ‚da waren doch noch ein paar Minuten mehr drin‚.

Deshalb bin ich mir sicher, dass wir auch im nächsten Jahr wieder mit ein paar Leuten am Start sein werden, dann aber bei -hoffentlich- viel besserem Wetter. Denn vorgestern hat es teilweise wie aus Eimern geschüttet, allerdings erst nachdem alle im Ziel waren.

Ach ja, ganz besonders stolz bin ich auf Katharina und Nadine, die überhaupt erst vor kurzem mit dem Laufen und mit dem Rad fahren angefangen haben. Ich hoffe sie bleiben dabei und trainieren fleißig für das nächste Jahr. 🙂

Fotos

Bilder vom Maibach-Triathlon wurden auch gemacht. Die muss ich allerdings erst noch bearbeiten und sortieren. Ich reiche sie also noch nach. Update: insgesamt 27 Fotos aus Maibach habe ich auf Facebook hochgeladen, hier schon einmal vorab ein Mannschaftsfoto, das uns alle als glückliche Finisher zeigt:

Team IRONSEO 2010

Team IRONSEO 2010, von links nach rechts: Claudius, Nadine, Robin, Katrin, Daniel, Bernd, Tobias, Holger, Katharina und Kerstin

Aloha

Tja, so wie es momentan aussieht, werde ich ich wohl am 9.Oktober den Ironman auf Hawaii aus nächster Nähe beobachten können. Gebucht ist die Reise zwar noch nicht, aber in Kürze dürfte das wohl soweit sein. 🙂

Ich bin ja schon ganz neugierig darauf, wie es sich anfühlen wird, auf der Inselgruppe im Pazifik zu sein, quasi genau dort, wo der Ironman-Wettkampf im Jahre 1978 seinen Anfang fand und seitdem immer wieder für spektakuläre Bilder gut war. Die meisten von euch werden wohl diese Videos kennen:

  • 1982: Julie Moss – Die Studentin führt das Frauen-Rennen an, bricht aber wegen Dehydrierung kurz vor dem Ziel zusammen, kriecht ins Ziel und wird nur zweite. Der Zuschauer Mark Allen fand das so beeindruckend, dass er auch den Ironman versuchen musste. Nicht nur, dass er dann Hawaii insgesamt sechs Mal gewann, nein, er heiratete auch Julie Moss.
  • 1997: The Crawl – Sian Welch und Wendy Ingraham sind beide wenige Meter vor dem Ziel völlig dehydriert und am Ende ihrer Kräfte, sie stürzen und kriechen danach Zentimeter für Zentimeter vorwärts in Richtung Ziel; liefern sich einen erbitterten Fight… um den vierten Platz!
  • 1999: Dick und Rick Hoyt bzw. Team Hoyt – Rick leidet seit seiner Geburt an infantiler Zerebralparese, kommuniziert nur über einen Computer. Da er sich selbst nicht bewegen kann, aber ein großer Sportfan ist, tut sein Vater Dick alles, um ihn glücklich zu machen. Erst kleine Läufe, dann Marathons, … und letztendlich auch den Ironman auf Hawaii. Erstmals erfolgreich 1989 und auch nochmal 10 Jahre später (aus diesem Jahr ist das Video)

Bin mal gespannt, was es dieses Mal beim Ironman besonderes zu sehen gibt. Insgeheim hoffe ich ja, dass es einen vierten deutschen Hawaii-Sieger gibt, nach Thomas Hellriegel, Normann Stadler und Faris Al-Sultan; zutrauen würde ich es jedenfalls einem, nämlich Andreas Raelert, dem Sieger von Frankfurt. Aber auch Timo Bracht sollte man immer auf der Rechnung haben, wobei er bei den letzten Rennen in Kailua Kona immer etwas unglücklich unterwegs war.

Während ich schon vom Ironman und einem möglichen deutschen Sieg träume, dürfte eine andere nicht ganz so euphorisch sein: meine Frau. Denn die habe ich schon vorgewarnt. Es gibt nämlich nur zwei Möglichkeiten, wie die Reise nach Hawaii ausgehen kann. Entweder ich sage danach: „Hier will ich niemals mitmachen!“ oder genau umgekehrt: „Hier muss ich unbedingt auch selbst mal starten.“